Imnage Imnage

Bernstein

C₁₀H₁₆O + H₂S

Synonyme: Agstein, Amber, Augstein, Baltisches Gold, Chrysoelektrum, Electrum, Elektron, Gentner, Glaesum, Glessit, Karuba, Liguirius, Luchsstein, Lyngurion, Lynkurer, Meerstein, Merre-Kiri, Muntenit, Pechopal, Sacal, Sacrium, Saftstein, See-Bernstein

Bernstein besitzt eine antibakterielle, entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung. In seiner Geschichte wurde er gegen Entzündungen im Mund, Rachen und Magenraum eingesetzt. Er wirkt schmerzlindernd und regenerativ. Auf geistiger Ebene stärkt er Zuversicht und Geduld.

Elementverteilung

10 %
Erde
15 %
Wasser
45 %
Luft
30 %
Feuer
+ +
Ladungtagladend
Zuversicht
schmerzlindernd
regenerativ
Räuchern
Magenbeschwerden
Geduld
fiebersenkend
entzündungshemmend
Entschlackung
antibakteriell
Hildegard von Bingen: Bernstein

«Ein Mensch, der starke Beschwerden im Magen hat, soll Bernstein für kurze Zeit in Wein oder in Bier oder in Wasser legen und dann herausnehmen, und jene Flüssigkeit wird mit den Kräften des Steins durchdrängt, sodass sie von ihm die Kräfte annimmt. So soll man 15 Tage verfahren. [...]»

- Physica | Beuroner Kunstverlag, 2006, S.280
Hildegard von Bingen: Bernstein

«Die Kraft dieses Steins ist nämlich gleichsam wie Stahl, und er ist von starker Hitze durchdrungen; wenn diese mit einer anderen, sanfteren Flüssigkeit vermischt wird, so dass die Stärke abnimmt, beseitigt sie schlechte Säfte und Schlacken im Magen. »

- Physica | Beuroner Kunstverlag, 2006, S.280
Hildegard von Bingen: Bernstein

«Wenn die Schwierigkeit des Wasserlassens zusammenschnürt, so dass er keinen Harn lassen kann, soll einen Bernstein für einen Tag in Kuh- oder Schafmilch (nicht aber Ziegenmilch) legen, und am zweiten Tag herausnehmen, diese Milch erhitzen, also aufwallen lassen, und sie so schlürfen.»

- Physica | Beuroner Kunstverlag, 2006, S.280
Konrad von Megenberg: Bernstein (Succinus)

«Reibt man ihn mit den Fingern, so zieht er Hälmchen und den Saum der Kleider an, wie der Magnet das Eisen anzieht. Seine Träger macht er keusch, und sein Rauch hilft den Kreisenden in der Geburt, vertreibt auch die Schlangen.»

- Buch der Natur | Julius Abel Verlag, 1897, S.397
Plinius der Ältere: Bernstein (Bernstein)

«[...] denn man glaubt, daß er dem Anschwellen der Mandeln und den Schäden des Schlundes Widerstand leistet, da manche Arten Wasser an den Alpen der Kehle und den benachbarten Fleischtheilen nachtheilig sind.»

- Römische Prosaiker | Stuttgart, 1855, Buch 37 S.4302
Plinius der Ältere: Bernstein (Bernstein)

«Den Kindern nützt er, wenn man ihnen denselben als Abwehrmittel anbindet; daß er als Trank und angebunden auch jedem Alter gegen die Gespensterfurcht und gegen Harnbeschwerden nütze, bemerkt Calli?tratus. »

- Römische Prosaiker | Stuttgart, 1855, Buch 37 S.4304
Plinius der Ältere: Bernstein Chryselectrum)

«An den Hals gebunden soll sie gegen Fieber und Krankheiten, mit Honig aber und Rosenöl zerrieben gegen Ohrenübel und wenn man sie mit attischem Honig zerreibt, gegen die Verdunkelung der Augen helfen, so wie auch gegen Magenübel, wenn man entweder den Staub davon für sich allein nimmt oder mit Mastix in Wasser trinkt.»

- Römische Prosaiker | Stuttgart, 1855, Buch 37 S.4306
Max Bauer: Bernstein

«An der Luft erhitzt, entzündet sich der Bernstein und brennt mit heller rußender Flamme. Davon kommt der Name Bernstein (Börnstein), der brennbare Stein. Es entsteht dabei wieder jener aromatische Geruch, der so charakteristisch ist, daß man daran dieses Harz leicht von anderen ähnlich aussehenden unterscheiden kann.»

- Edelsteinkunde | Leipzig, 1909, S.658
Max Bauer: Bernstein

«Durch Reiben mit Tuch läßt sich starke negative Elektrizität erzeugen, so daß kleine Papierstückchen usw. angezogen werden. Von dem alten Namen des Bernsteins, Elektron, stammt die Bezeichnung für diese Erscheinung. Bei sehr starkem Reiben entsteht ebenfalls der schon mehrfach erwähnte Geruch [...] »

- Edelsteinkunde | Leipzig, 1909, S.659

Herleitung

F?r die Antike und das Mittelalter war neben der Farbe vor allem die Brennbarkeit und der Geruch eines Steines f?r eine Identifizierung als Brenn- bzw. Bernstein ausschlaggebend. Nach antiken, mittelalterlichen, aber auch neuzeitlichen Verst?ndnis galten alle Steine, die sich entz?nden lie?en als Brennsteine und wurden lediglich nach Entstehungsart oder Ort verschiedentlich benannt. Von hierher fasste man unter dem Begriff Bernstein zahlreiche Harze und Pechkohlen zu einer sinnvollen Einheit zusammen. Aus heutiger Sicht werden zahlreiche der einstmals dunklen Bernsteine, wie beispielsweise Gagat, da es sich bei diesem nicht um Baumharze sondern um Pechkohlen handelt, nicht mehr zu den Bernsteinen gez?hlt. Neben seiner Brennbarkeit war f?r die Antike und das Mittelalter vor allem auch die elektrostatische Aufladbarkeit der Steine von hoher Relevanz. Ausgehend von ihr wies man dem Gestein sehr stark Hitze und damit neben dem Element Luft und Wasser, das man aus der Klarheit des Gesteins schloss, das Element Feuer zu. Zahlreiche der bis heute ?berlieferten Wirkungen, gehen auf den Hauptverwendungszweck von Bernstein, das R?uchern, zur?ck. ?hnlich wie der Magnet genoss Bernstein aufgrund seiner Eigenschaften hohes Ansehen bei den Priestern und wurde aufgrund seiner inneren Kraft und seiner Wirkung beim R?uchern zu rituellen Zwecken genutzt.

Literaturverzeichnis