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Amethyst

SiO₂ + (Fe, Al, Ti, Na, Li)

Synonyme: Violetter Kristall, Purpurachat, Bacchusstein, Stechapfelstein

Amethyst besitzt eine reinigende, entgiftende und desinfizierende Wirkung. In seiner Geschichte wurde er gerne gegen Hautausschläge, einfache Hautkrankheiten und gegen Trunkenheit eingesetzt. Auf geistiger Ebene stärkt Amethyst die Konzentration und Denkfähigkeit und hilft bei Denkblockaden, Hemmungen, Aufstauungen, Grübelzwängen und schlechten Träumen.

Elementverteilung

10 %
Erde
60 %
Wasser
25 %
Luft
5 %
Feuer
− −
Ladungnachtladend
Trunkenheit
Kopfschmerz
Konzentration
Hautkrankheiten
Grübelzwang
Entgiftung
desinfizierend
Denkfähigkeit
Alpträume

Etymologie

Der Name Amethyst kommt vom altgriechischen Wort ἀμέθυστος (amethystos) und bedeutet übersetzt so viel als „dem Rausche entgegenwirkend“. Grundlegend erhielt der Stein seinen Namen, da man ihm zuschrieb der berauschenden Wirkung des Weines entgegenzuwirken. Sowohl aus der Antike als auch dem Mittelalter sind uns zahlreiche Rituale und religiöse Praktiken überliefert, die eine Verwendung des Gesteins exakt zu diesem Zwecke belegen. Wie jedoch es genau zu dieser Ansicht kam, lässt sich aus den erhaltenen Schriften der Antike leider nicht entnehmen. Nach Isidor von Sevilla soll es späterhin insbesondere aufgrund der violetten Farbe des Amethystes zu einer Assoziation mit dem Wein und infolge mit dem Gott Bacchus gekommen sein. Ausgehend von dieser Assoziation entwickelte sich der spätere Mythos zur Namensgebung, dass indirekt der Gott Bacchus aufgrund einer Legende für den Namen verantwortlich sei. So soll der Gott dem Mythos nach, ein junges Mädchen so erschreckt haben, dass es zu Kristall erstarrte. Als der Gott daraufhin seufzte und sein Atem den Stein berührte, färbte er diesen purpur wie die Farbe des Weines und erschuf so den Amethyst. In frühesten Zeiten erachtete man Amethyst auch violette Varietät von Bergkristall und bezeichnete ihn von hierher als „Violetter Kristall“.

Überlieferung & Mythos

Bis heute zählt Amethyst zu den beliebtesten und wertvollsten Gesteinen. Betrachtet man die alten Schriften so zählt er unzweifelhaft zu den ältesten von Menschen genutzten Steinen der Menschheitsgeschichte. Er ist einer der zwölf Steine des Schilds des Hohenpriesters zu Israel und einer der zwölf Steine der Stadtmauer, der in der Bibel erwähnten, Stadt, Neujerusalem. Seit Anbeginn der Menschheit, wurde er vor allem, als Schmuckstein, Schutzstein und Heilstein eingesetzt.

Hildegard von Bingen: Amethyst

«Ein Mensch, der Flecken in seinem Gesicht hat, soll einen Amethyst mit seinem Speichel anfeuchten und mit dem so befeuchteten Stein die Flecken bestreichen.»

- Physica | Beuroner Kunstverlag, 2006, S.272
Hildegard von Bingen: Amethyst

«Auch wenn ein Mensch irgendwo an seinem Körper mit einer richtigen Geschwulst angeschwollen ist, soll er diesen Stein mit seinem Speichel anfeuchten und mit dem angefeuchteten Stein die Stelle der Schwellung überall berühren, und jene Geschwulst wird sich verkleinern und verschwinden.»

- Physica | Beuroner Kunstverlag, 2006, S.273
Hildegard von Bingen: Amethyst

«Und wo eine Spinne einen Menschen an seinem Körper gebissen hat, streiche er diesen Stein über jene, und er wird geheilt werden, denn die Natur der Spinne ist in ihrer Hitze so tödlich, dass ihr Biss alle schädlichen Säfte, die im Menschen sind, an sich zieht, und eben diese zerstreut die gute Wärme und gute Wirkung dieses Steins.»

- Physica | Beuroner Kunstverlag, 2006, S.273
Hildegard von Bingen: Amethyst

«Aber auch Schlange und Viper fliehen diesen Stein und meiden den Ort, wo sie wissen, dass er ist. Schlange und Viper ziehen den Nutzen von der schlechten Feuchtigkeit der Erde und ernähren sich davon. Diese Feuchtigkeit berührt diesen Stein jedoch nicht, weil er rein ist, und die Würmer, die von dieser Feuchtigkeit leben, fliehen ihn.»

- Physica | Beuroner Kunstverlag, 2006, S.273
Hildegard von Bingen: Amethyst

«Ein Mensch, der sehr viele Läuse hat, soll einen Amethyst fünf Tage lang in kaltes Wasser legen, ihn am sechsten Tag herausnehmen und dieses Wasser am Feuer erhitzen. [...] Danach bereite er ein Schwitzbad, betrete es und übergieße sich mit jenem Wasser, und so wird er wegen der Kraft dieses Steins über vier oder fünf Wochen die Läuse los. »

- Physica | Beuroner Kunstverlag, 2006, S.273
Konrad von Megenberg: Amethyst (Amethystus)

«Er ist violett oder purpurfarben, letztere Art ist die beste. Einige Amethyste sind auch gefärbt wie roter Wein oder Wasser, das durch rote Erde geflossen ist, und diese lassen sich leichter schneiden, wie die anderen Arten. Dieser Stein wirkt der Trunkenheit entgegen, macht den Menschen wachsam, verscheucht die bösen Gedanken und bringt klaren Verstand.»

- Buch der Natur | Julius Abel Verlag, 1897, S.371
Albertus Magnus: Amethyst (Amethitus)

«Er ist rot purpurfarben und der Beste wächst in Indien. Dienet wieder die Föllerei und gibt gutes Verständnis in wissenschaftlichen Künsten so er in den Speisen genützt wird.»

- Von Weibern und Geburten der Kinder | Ryff, Walther Hermann, 1678, S.58
Lonitzer, Adam: Amethyst (Amethistus)

«Der Amethistus auf den Nabel gelegt, verhält den Geruch des Weins und zertrennet die Trunkenheit und lediget den Menschen von den Erbsiechtagen.»

- Kräuterbuch | Daniel Bartholomae, 1703, S.726
Lonitzer, Adam: Amethyst (Amethistus)

«Die Tugend des Amethyst dienet wider die Trunkenheit, macht den Menschen wacker, vertreibt die bösen Gedanken und gibt guten Verstand.»

- Kräuterbuch | Daniel Bartholomae, 1703, S.726
Plinius der Ältere: Achat (Achat)

«Die Thorheit der Magier versichert daß sie die Trunkenheit verhindern und daher ihren Namen haben, daß sie außerdem, wenn man den Namen des Mondes und der Sonne darauf schreibe und sie mit Haaren vom Hundskopfe und Schwalbenfedern andem Hals hänge, den Zauberkünsten widerstehen [...]»

- Römische Prosaiker | Stuttgart, 1855, Buch 37 S.4340
Plinius der Ältere: Achat (Achat)

«[...] daß sie auf jede Weise denjenigen behülflich seien, welche zu Königen gehen wollen, und daß sie auch, wenn man ein Gebet welches sie angeben hinzufüge, den Hagel und Heuschschrecken abwenden.»

- Römische Prosaiker | Stuttgart, 1855, Buch 37 S.4340
Max Bauer: Amethyst

«Der Amethyst ist der violette Quarz. Die Farbe geht zuweilen vom Violett ins Purpurrote; Steine dieser Art werden wohl Purpurachat genannt. Sie ist bald blaß, beinahe weiß, bald tief und gesättigt.»

- Edelsteinkunde | Leipzig, 1909, S.591
Reinhard Brauns: Amethyst

«Amethyst ist seit alten Zeiten als Schmuckstein beliebt, schon in der mykenischen Epoche ist er zu Gemmen geschnitten und als Amulett getragen worden; er sollte besonders gegen Trunkenheit schützen, sein Name amethystos bedeutet: nicht trunken. »

- Das Mineralreich | Stuttgard, 1903, S.272

Herleitung

In der Antike und im Mittelalter war für die Wirkung des Amethystes vor allem die violett-rote Farbe des Gesteins ausschlaggebend. Aufgrund seiner Form zählte man bis ins frühe Mittelalter Amethyst zusammen mit Bergkristall, Aquamarin und zahlreichen anderen Gesteinen zu den Kristallen. Unter Kristallen verstand man im Wesentlichen ausgehend von Bergkristall hartgewordenes Eis und schrieb allen Kristallen als zentrales Element Wasser zu. Im Mittelalter suchte man die Wirkung von Steinen auf Grundlage der Farben über die Planeten in einen Zusammenhang mit Kräutern und Pflanzen zu bringen. Ausgehend von hier entwickelten sich neben dem ursprünglichen Einsatzgebiet gegen die Symptome von Trunkenheit, für den Amethyst weitere Anwendungsgebiete, wie beispielsweise jene bei Hildegard von Bingen beschriebene, gegen Hautausschläge, Läuse und Gift zu helfen, heraus. Nach mittelalterlichem Verständnis war es möglich den Wassergehalt und die kühlende Wirkung des Steins medizinisch zu nutzen. Durch Bedampfen, Einlegen und Pulverisieren des Steines war es nach mittelalterlichem Verständnis möglich ein Elixier herzustellen. Bis heute wird in Anlehnung an diese Vorstellung Amethyst zu Herstellung von Edelsteinwasser genutzt.

Elementwirkung

Elementareinfluss:

Element

Feuer: Mit seinem überaus niedrigen Feuergehalt und seiner daraus resultierenden nahezu kühlenden Wirkung fördert Amethyst geistige Wachsamkeit und den Sinn für Spiritualität sowie die Realität des Geistes. Mit seiner auf das innere Feuer kühlenden und ausgleichenden Wirkung stärkt er den Sinn für Gerechtigkeit und das Urteilsvermögen wodurch er vermag Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit im Menschen hervorzubringen. Für die Meditation genutzt hilft er dabei, emotionsgetriebene innere Konflikte zu lösen, die dem Selbst innewohnende Weisheit zu entdecken und dadurch tiefen inneren Frieden zu finden.

Element

Luft: Durch den bedeutsamen Luftanteil hilft Amethyst bei der Trauerbewältigung und unterstützt allgemein im Umgang mit Verlusten. Er klärt die innere Bilderwelt und damit auch das Traumerleben. So wird durch einen Amethysten unter dem Kopfkissen das Traumgeschehen so lange angeregt, bis alle unverarbeiteten Eindrücke und Bilder richtig eingeordnet werden konnten. Im Anschluss daran wird der Schlaf durch die geringere Belastung des Unterbewusstseins ruhiger, tiefer und erholsamer. Im Wachbewusstsein fördert Amethyst die Inspiration und Intuition.

Element

Wasser: Durch den dominierenden Anteil am Element Wasser fördert Amethyst Nüchternheit und Bewusstheit. Er hilft sich allen Erlebnissen, unangenehmen sogar schier unerträglichen wie auch positiven, gleichermaßen zu stellen. Dabei im Vordergrund steht die bewusste Verarbeitung dieser Erlebnisse und Wahrnehmungen. Dies gelingt durch erhöhte Konzentrationsfähigkeit und Effektivität im Denken. Dadurch wird auch das Handeln befreit was wiederrum zur Überwindung von Einsperrungen, Auflösungen von unkontrollierten Mechanismen und dem Ablegen von Suchtverhalten führt.

Element

Erde: Mit seinem leichten Erdgehalt wirkt Amethyst regulierend auf den Körper ein. Er wirkt allgemein schmerzlindernd und spannungslösend. Insbesondere gegen (Verspannungs-) Kopfschmerzen wird er gerne eingesetzt. Auch bei Verletzungen, Prellungen und Schwellungen findet Amethyst Anwendung. Letztere lässt er sehr schnell abklingen. Zusätzlich wirkt er unter anderem regulierend auf Blutdruck, Atemwege, Darm und bei Hautproblemen.

Planetenwirkung

Planetareinfluss:

Sternzeichen
Pluto

Den Überlieferungen und der römischen Mythologie zufolge wurde Amethyst ausgehend von seiner Assoziation mit dem Wein bis in die Spätantike dem Gott Bacchus zugeordnet. Von hierher würde Amethyst in Ableitung dem Planeten Saturn unterstehen. Aufgrund seines hohen Wassergehaltes und in Assoziation mit seinen positiven und negativen Wirkungen in Zusammenhang von Gift, wurde er in neuerer Zeit von den verschiedensten Autoren in Erweiterung der astrologischen Kenntnisse dem Planeten Neptun und Pluto zugeordnet. Beides besitzt seine Richtigkeit. Der antiken Tradition des Saturn folgend wurde in unserem Zusammenhang jedoch Pluto präferenziert. Unabhängig seiner geschichtlichen Entwicklung untersteht Amethyst aufgrund seines hohen Gehaltes des Elements Wassers sehr stark dem Einfluss des Mondes.

Entstehung & Vorkommen

Entgegen der weitverbreiteten Natur von Quarzen sind Amethystvorkommen, welche sich zur Verarbeitungen als Schmucksteine eignen, nicht weit verbreitet. Deren Bildungen findet unter verschiedensten Bedingungen statt und führt damit zu unterschiedlichen Farb- und Formausprägungen. Naturgemäß benötigt man aber um einen Quarz zu bilden eine Siliziumquelle. Zusätzlich geht man in vielen Fällen von einem Präzibitationsmechanismus, bevorzugt bei niedrigen Temperaturen, um hohe Aluminiumkonzentrationen zu vermeiden, welche die Bildung von Rauchquarz begünstigen würden, aus. Weiters sind oxidative Bedingungen um den Einbau von Fe3+ zu erleichtern und schließlich eine Strahlenquelle um Fe3⁺ in Fe4⁺ umzuwandeln bevorzugt. Deshalb finden sich Amethysten oft in silikatreichen felsischen Gesteinen, welche reich an radioaktiven Elementen wie Kalium, Uran und Thorium sind. Dennoch befindet sich eines der größten Amethystvorkommen, nämlich jedes im südlichen Brasilien und Uruguay, in einem zwei Kilometer dicken Pulk dominiert durch basaltische Lava, dh. in einem Gestein mit wenig Silizium; wenig radioaktiven Elementen und unter reduzierenden Bedingungen.[1] Neben den bereits erwähnten Brasilien und Uruguay zählen vor allem Russland, Namibia, Sri Lanka und Marokko zu den wichtigsten Fundorten. Europas größtes Vorkommen liegt in der niederösterreichischen Stadtgemeinde Maissau. Dessen systematische Freilegung führte zur eindrucksvollen Offenlegung eines weltweit einzigartigen Amethyst Gängen. In Deutschland gibt es einen Fundort in Idar-Oberstein. Aktuelle Forschungen beschäftigen sich hauptsächlich mit den Bildungsbedingungen von Amethystgeoden. Sogenannte Amethystdrusen, bei denen sich Kristalle innerhalb eines Hohlraumes gebildet haben sind umgeben von einer Schicht Chalzedon und können beeindruckende Größen erreichen. Dennoch sind die vorherrschenden Bildungsmechanismen und Umgebungsbedingungen nicht vollständig geklärt. Vor allem über die vorherrschenden Temperatur und die Quelle bzw. Zusammensetzung der beteiligten Flüssigkeiten, die zur Bildung dieser Hohlräume führen gibt es unterschiedliche Meinungen[2][3][4]. Reduziert man diese Theorien aber auf das Wesentliche so lässt sich die Bildung von Hohlräumen in Amethystgeoden durch primäre magmatische Entgasungsphenomene erklären.

Aussehen & Eigenschaften

Amethyst baut sich im Wesentlichen aus SiO2 auf und ist somit ein Quarz. Chemisch reiner Quarz ist farblos und transparent und wird bei gut ausgebildeten Kristallen Bergkristall genannt. Seine bedeutensten Farbvarietäten durch Fremdionen sind Amethyst (violett), Zitrin (gelb oder braun), Prasiolith (grün) und Rauchquarz (rauchfarben bis schwarz). Amethyst erhält seine charakteristische violette Farbe durch den Einsatz von Fe4⁺ Ionen.[5] Das Eisen für die Farbe von Amethyst verantwortlich sein könnte vermutete man bereits im 17ten und 18ten Jahrhundert.[6] Eine der ersten Erwähnungen von Eisen im Zusammenhang mit der Farbe des Amethystes findet man im Buch „An attempt towards a natural history of fossils of England“ aus dem Jahre 1729 (Seite 157 pp.).[7] Heute weiß man, dass ein Teil der Si4⁺ Ionen im Kristallgitter durch den gekoppelten Ersatz mit Fe3⁺ und einem einwertigen Ion ausgetauscht wird. Die Eisenionen können dabei sowohl des Platz des Siliziums im Gitter als auch auf ansonsten leeren Zwischengitterplätzen eingebaut werden. Der ausschließliche Einbau des Fe3⁺ ist aber noch nicht für die charakteristische Farbe des Amethystes verantwortlich. Dies bestätigt auch das Vorhandensein von Eisenionen in Zitrin und Prasiolith. Erst wenn das eingebaute Fe3⁺ durch Strahlung in Fe4⁺ umgewandelt wird, ergibt sich die charakteristische violette Farbe des Amethysts. Dies wurde schon früh durch Versuche zur künstlichen Herstellung von Amethyst bestätigt. So wird in einem US Patent aus dem Jahre 1976 beschrieben wie erst durch den Einsatz von Ionisationsstrahlung die vorerst farblosen Quarzkristallen eine dem Amethyst typische Färbung annehmen.[8]

Structure
Formel SiO₂ + (Fe, Al, Ti, Na, Li)
Mineralklasse Quarz
Kristallsystem trigonal
Mohshärte 7
Dichte 2.65
Spaltbarkeit keine
Bruch muschelig, spröde
Strichfarbe weiß
Farbe/Glanz

Manipulation & Imitation

Amethyst besitzt zwar eine sehr typische violette Farbe, doch auch andere Steine können einen ähnlichen bis manchmal fast identischen Farbton aufweisen. So können vor allem spezielle Fluorit, Turmalin, Korund und Cordierit Varianten dem Amethysten sehr ähnlichsehen. Manipulationen finden hauptsächlich durch Bestrahlung statt. Amethysten, wie auch andere Quarze, sind sehr empfindlich auf Strahlung. Vermag zum Beispiel gamma-Strahlung die Farbe des Amethystes zu verstärken, um aus einem leicht gefärbten Exemplar einen Amethysten mit satter Farbe zu erzeugen, so kann durch Strahlung auch ein gegenteiliger Effekt hervorgerufen werden. Behandelt man einen Amethysten zum Beispiel mit UV-Strahlung, so tritt eine Bleichung der Farbe ein.[9] Durch oben genannte Prozesse ist es leicht möglich Amethysten mit gewünschter Farbnuance herzustellen. Weiters ist es auch möglich Amethyst künstlich zu erzeugen. Bereits 1976 wurde ein verbesserter Herstellungsprozess von künstlichem Amethyst als US-Patent genehmigt.[8] Der beschriebene Prozess beinhaltet das Wachstum von farblosen Quarzkristallen, durch eine Hydrothermalmethode inklusive Temperatursturz in einem Hochdruckgefäß, einem sog. Autoklaven. Die anschließende Behandlung mit Strahlung ermöglicht die Herstellung von Kristallen mit der, für natürlich vorkommenden Amethyst, typischen Farbe. Besondere Erwähnung in dem Patent finden die hohe Farbqualität wie auch das nicht Vorhandensein etwaiger Risse oder Bruchstellen im Kristall, im Vergleich zu früheren Methoden. Die im Vergleich zu natürlich gewachsenen Amethystkristallen nahezu perfekte Farbverteilung und Lupenreinheit ist oft ein erstes Indiz für künstlich hergestellte Kristalle. Amethysten natürlichen Ursprungs weisen oftmals kleine Fehler oder Einschlüsse auf bzw. sind sie durch eine Zonierung, dh. der Stein weist heller und dunklere Stellen auf, charakterisiert. Wissenschaftlich wird die Unterscheidung von echten und künstlichen Kristallen durch FT-IR (Fourier-Transformations-Infrarot) oder Raman Spektren möglich. So zeigen natürliche Amethyst Proben eine starke, breite Absorptionsbande im Bereich 3560 - 3200 cm⁻1, während künstliche Amethyst Proben zwei scharfe Banden bei 3583 cm⁻1 und 3421 cm⁻1 in FT-IR Spektren zeigen. Für Raman Spektren gilt, dass natürlichen Amethysten keinen Ramanshift bei 401 cm⁻1 und bei 1161 cm⁻1 zeigen.[10] Amethyst selbst wird durch Hitzezufuhr im Bereich von 400 - 600°C, dem sogenannten Brennen, zur Herstellung von gelbem, über orangem bis fast braunem Zitrin genutzt.[11] Durch diese Behandlungsmethode finden ein Großteil der, in der heutigen Zeit im Handel erhältlichen, Zitrine ihren Ursprung.

Literaturverzeichnis

  • [1] Gilg, H. Albert; Krüger, Yves; Taubald, Heinrich; van den Kerkhof, Alfons M.; Frenz, Martin; Morteani, Giulio (2014): Mineralisation of amethyst-bearing geodes in Ametista do Sul (Brazil) from low-temperature sedimentary brines: evidence from monophase liquid inclusions and stable isotopes. In: Miner Deposita 49 (7), S. 861–877. DOI: 10.1007/s00126-014-0522-7.
  • [2] Duarte, L. C.; Hartmann, L. A.; Vasconcellos, M.A.Z.; Medeiros, J.T.N.; Theye, T. (2009): Epigenetic formation of amethyst-bearing geodes from Los Catalanes gemological district, Artigas, Uruguay, southern Paraná Magmatic Province. In: Journal of Volcanology and Geothermal Research 184 (3-4), S. 427–436. DOI: 10.1016/j.jvolgeores.2009.05.019.
  • [3] Hartmann, L. A.; MEDEIROS, J. T. N.; PETRUZZELLIS, L. T. (2012): Numerical simulations of amethyst geode cavity formation by ballooning of altered Paraná volcanic rocks, South America. In: Geofluids 12 (2), S. 133–141. DOI: 10.1111/j.1468-8123.2011.00346.x.
  • [4] Morteani, Giulio; Kostitsyn, Y.; Preinfalk, C.; Gilg, H. A. (2010): The genesis of the amethyst geodes at Artigas (Uruguay) and the paleohydrology of the Guaraní aquifer: structural, geochemical, oxygen, carbon, strontium isotope and fluid inclusion study. In: Int J Earth Sci (Geol Rundsch) 99 (4), S. 927–947. DOI: 10.1007/s00531-009-0439-z.
  • [5] Rossmann, George R. (1994): Silica: physical behavior, geochemistry and materials applications. Reviews in mineralogy. No 29. The colored varieties of the silica minerals. Washington, DC: Mineralogical Society of America.
  • [6] Cohen, Alvin; Hassan, F. (1974): Ferrous and Ferric Ions in Synthetic alpha quartz and natural amethyst. In: American Mineralogist 59, S. 719–728.
  • [7] Woodward, John: An Attempt Towards a Natural History of the Fossils of England.
  • [8] Balitsky et al. (1976): PROCESS FOR PRODUCING AMETHYST CRYSTAL. United States Patent.
  • [9] Nunes, Eduardo H.M.; Lameiras, Fernando S.; Houmard, Manuel; Vasconcelos, Wander L. (2013): Spectroscopic study of natural quartz samples. In: Radiation Physics and Chemistry 90, S. 79–86. DOI: 10.1016/j.radphyschem.2013.05.003.
  • [10] Chen, Xue; Zhu, Wenqing; Wang, Sai; Xu, Feng; Xu, Hong; Zhang, Xiaowen et al. (2011): Efficient co-doped white organic light-emitting diodes with high color stability and color rendering index. In: Displays 32 (5), S. 320–324. DOI: 10.1016/j.displa.2011.03.002.
  • [11] Schmetzer, Karl (1989): Methods for the distinction of natural and synthetic citrine and prasiolite. In: The Journal of Gemmology 21 (6), 368-391.