Prasem

SiO₂

Synonyme: Prasemquarz, Prasquarz, Grünquarz, Grüner Quarz, Nickelquarz, Smaragdquarz (historisch), chloritisierter Quarz, Amphibolquarz, Aktinolith-Quarz, Quarzprasem

Prasem besitzt eine reizmindernde, blutdruck- und pulsschlagregulierende Wirkung. In seiner Geschichte wurde er gerne gegen Stresserscheinungen, Blutdruckkrankheiten und Verbrennungen eingesetzt. Er wirkt entspannend auf Herz, Nerven und Haut. Auf geistiger Ebene stärkt er Einsicht, Selbstzügelung und Ausgeglichenheit.

Elementverteilung
50 %
Erde
6 %
Wasser
44 %
Luft
0 %
Feuer
+ −
Ladungtagladend
Ausgeglichenheit
Beruhigung
Blutdruck
Blutdruckkrankheiten
Einsicht
emotionale Ruhe
emotionale Stabilität
Erholung
Hautregulation
Herz
Herzentlastung
Pulsschlag
Selbstzügelung
Stresserscheinungen
Prasem: Kugel 8 mm (glatt) - 10 Stück
Prasem
Artikelnr.: N1733-0000
Gummiarmband mit Prasem (8 mm Kugeln)
Prasem
Artikelnr.: N1801-0000
Gummiarmband mit Prasem (3-4 mm Kugeln)
Prasem
Artikelnr.: N2156-0000

Etymologie

Der Name „Prasem“ geht auf das griechische Wort prásion (πράσιον) zurück, das „Lauchgrün“ bedeutet – zusammengesetzt aus prásion („Lauch“) und der Farbbezeichnung -ion. Diese Namensgebung bezieht sich direkt auf die blassgrüne bis lauchgrüne Färbung dieser Quarzvarietät. Bereits in der Antike war der Begriff prásios lithos („lauchgrüner Stein“) bei griechischen und später auch römischen Autoren bekannt, wurde jedoch nicht immer eindeutig verwendet. In der modernen Mineralogie wurde die Bezeichnung im 18. Jahrhundert im Zuge systematischer Klassifikationen wieder aufgenommen und fortgeführt, insbesondere im Rahmen der farbbezogenen Unterteilungen innerhalb der Quarzgruppe. Die heute übliche systematische Aufnahme des Begriffs in die mineralogische Fachliteratur erfolgte im 19. Jahrhundert, etwa in Gustav Tschermaks „Lehrbuch der Mineralogie“[1], wo Prasem als eigenständige, farblich definierte Varietät innerhalb der Quarzfamilie aufgeführt wird. Auch in der 6. Auflage von James D. Danas „System of Mineralogy“[2] wird Prasem als spezielle Form des makrokristallinen Quarzes beschrieben, deren Färbung durch feine Einschlüsse – meist von Amphibolen wie Aktinolith – verursacht wird.

Überlieferung & Mythos

Prasem spielte in der Geschichte weniger als Edelstein denn als kulturelles Kuriosum eine Rolle – ein Stein, der stets im Schatten leuchtenderer Quarzarten stand, aber in bestimmten Epochen und Kontexten überraschende Bedeutung gewann. Schon sein Name – vom griechischen „prason“ (πράσον, Lauch) – verweist auf eine unscheinbare, doch eigentümlich lebendige Farbe, die Alchemisten und Naturalisten gleichermaßen faszinierte. [1]

In der Spätantike und dem byzantinischen Raum wurde Prasem gelegentlich mit dem „plasma viride“ verwechselt, einem Stein, der als „grünes Blut“ Christi galt. In Klosterinventaren taucht Prasem als lapis viridis humilis („einfacher grüner Stein“) auf – selten in goldenen Fassungen, meist aber als Rosenkranzstein für Laienbrüder oder als Griffmaterial für geweihtes Gerät. Der Begriff humilis verweist dabei auf seine Rolle als „bescheidener Stein“, der irdische Demut und spirituelle Reinigung symbolisieren sollte. [2]

Eine besonders ungewöhnliche Episode ist die Verwendung von Prasem in der französischen Revolutionszeit. Aus Lagerbeständen des königlichen Naturalienkabinetts wurden 1793 Steine neu etikettiert, um sie als „bürgerliche Steine“ (pierres civiques) auszugeben – darunter auch Prasem, der in republikanischen Zierorden als Symbol der Natur und des „grünen Volkswillens“ verwendet wurde. Nur wenige dieser Stücke haben überlebt, doch eines befindet sich heute im Musée Carnavalet in Paris. [3]

Im österreichischen Biedermeier fand Prasem in sogenannten „Trauerobjekten“ Verwendung – etwa in Miniatur-Urnen oder Memento-Mori-Kästchen. Seine matte, moosgrüne Farbe wurde mit Beständigkeit, Natur und stillem Abschied assoziiert. Ein besonders fein gearbeitetes Schaustück befindet sich im Wien Museum: ein um 1830 gefertigtes Intarsienmedaillon aus Prasem, Alabaster und Rauchquarz, das einst als Grabbeigabe vorgesehen war. [4]

Prasem wurde im 19. Jahrhundert auch als „Bergseifenstein“ gehandelt – eine Bezeichnung aus dem Harz und Erzgebirge, wo Schleifer den Stein wegen seiner feinkörnigen Struktur für Seifenbehälter, Griffstücke und Messergriffe nutzten. Ein überlieferter Brauch berichtet von Förstern, die aus Prasem gefertigte „Mondsteine“ an ihre Hunde banden, um sie gegen Nachtgeister zu schützen – eine Mischung aus Aberglaube und praktischer Handwerkskunst, die heute als regionales Kuriosum gilt. [5]

Erst in der New-Age-Bewegung des späten 20. Jahrhunderts wurde Prasem als eigenständiger Heilstein wiederentdeckt – mit Zuschreibungen wie „Erneuerer der grünen Ordnung“, „Stein des Gleichgewichts“ oder „sanfter Waldträger“. Diese Interpretationen sind literarisch vor allem bei Judy Hall (1943–2021) verbreitet, beruhen jedoch nicht auf traditionellen Überlieferungen. [6]

Herleitung

Chakren

Chakra
Herzchakra

Prasem entfaltet seine stärkste Wirkung im Herzchakra, wo er durch seine blutdruck- und pulsschlagregulierende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System beruhigend und harmonisierend wirkt. Energetisch fördert er innere Ausgeglichenheit, emotionale Selbstbeherrschung und das Erleben von Harmonie – besonders hilfreich bei Nervosität, Stress oder emotionaler Reizüberflutung. Er schafft einen Raum von Ruhe, in dem das Herz wieder im eigenen Rhythmus schlagen kann.

Im Stirnchakra unterstützt Prasem die geistige Einsicht und Klarheit, insbesondere in herausfordernden Situationen. Er hilft, impulsive Reaktionen durch reflektierte Betrachtung zu ersetzen und fördert die Fähigkeit, sich auch unter Druck bewusst zu steuern. Seine Wirkung ist dabei nicht intellektuell kühl, sondern sanft und weitsichtig – ideal für Menschen, die sich leicht von Gefühlen überrollen lassen oder Klarheit in emotional geladenen Themen suchen.

Das Solarplexuschakra profitiert von Prasems entspannender Wirkung auf das vegetative Nervensystem. Er wirkt stressmindernd und stabilisierend, insbesondere wenn körperliche Symptome (z. B. hoher Puls, Muskelanspannung oder Reizdarm) durch psychische Anspannung verstärkt werden. Prasem unterstützt dabei, das emotionale Gleichgewicht zurückzugewinnen und sich selbst mit mehr Gelassenheit zu führen.

Auch das Wurzelchakra wird leicht angesprochen, insbesondere durch die beruhigende Wirkung auf Haut und Nerven. Prasem hilft, sich körperlich wohler zu fühlen, das vegetative System zu entspannen und ein Gefühl von ruhiger Erdung zu entwickeln – besonders nach intensiven Reizen oder Erschöpfungsphasen.

Nebenchakren:  ChakraStirnchakra, ChakraNabelchakra, ChakraWurzelchakra

Das Wort Chakra ist Sanskrit und bedeutet wörtlich übersetzt soviel wie Rad, wird gelegentlich aber auch mit Kreis oder Lotosblüte übersetzt. Grundlegend handelt es sich bei Chakren um Energiezentren welche die innere mit der äußeren Welt verbinden. Die klassischen sieben Hauptchakren befinden sich bei allen Lebewesen entlang der Wirbelsäule.

Elemente

Elementverteilung
0 %
Erde
44 %
Wasser
6 %
Luft
50 %
Feuer
+ −
Ladungnachtladend

Wie bei allen Steinen übt das Element Feuer einen spirituellen, das Element Luft einen psychologischen, das Element Wasser einen mentalen und das Element Erde einen physischen Einfluss in Wechselwirkung mit dem Makrokosmos auf uns aus.

Element

Feuer: Da Prasem keinen Feueranteil besitzt, regt er nicht zu impulsivem Handeln oder aktiver Energieentfaltung an. Seine Wirkung zielt nicht auf Antrieb oder Entschlossenheit, sondern vielmehr auf Beruhigung und innere Sammlung. In Situationen von Überreizung oder Erschöpfung hilft er, zurückzutreten, das Tempo zu senken und eine gelassene Haltung einzunehmen.

Element

Luft: Mit einem hohen Luftanteil wirkt Prasem stark auf die geistige Ebene ein. Er fördert Einsicht, Konzentration und die Fähigkeit zur bewussten Selbstkontrolle. Besonders in stressgeladenen Situationen oder bei innerer Unruhe unterstützt er dabei, klare Gedanken zu fassen und vernünftige Entscheidungen zu treffen. Prasem stärkt das mentale Gleichgewicht und hilft, Gefühle nicht impulsiv auszuleben, sondern überlegt und besonnen zu handeln.

Element

Wasser: Der geringe Wasseranteil verleiht Prasem nur eine schwache Wirkung auf tiefere emotionale Prozesse. Seine Wirkung liegt weniger im Bereich des emotionalen Ausdrucks, sondern stärker auf geistiger und körperlicher Beruhigung. Dennoch kann er in leichten emotionalen Belastungen stabilisierend wirken und eine ruhige Grundstimmung fördern.

Element

Erde: Mit seinem starken Erdanteil wirkt Prasem deutlich stabilisierend und körperlich ausgleichend. Er entspannt Herz, Nerven und Haut, reguliert Blutdruck und Puls und wirkt besonders wohltuend bei nervöser Überlastung und Stresssymptomen. Prasem gibt Halt, Erdung und eine ruhige, verlässliche Kraft. Seelisch vermittelt er Ausgeglichenheit und unterstützt die Fähigkeit, mit innerer Stabilität und Kontrolle auch durch herausfordernde Phasen zu gehen.

Entstehung & Vorkommen

Prasem ist eine feinkörnige, grünlich gefärbte Varietät von Quarz, die typischerweise als kryptokristallines bis mikrogranulares Aggregat in metamorphen und hydrothermal überprägten Gesteinen vorkommt. Es handelt sich mineralogisch um eine Varietät des Chalcedons oder mikrokristallinen Quarzes, die durch Einlagerungen grüner Silikatminerale wie Aktinolith, Klinochlor oder Sillimanit eine grüne Farbe aufweist[1],[2]. Die Entstehung erfolgt durch Silikatisierung unter niedrigen bis mittleren Temperaturbedingungen (100–300 °C), oft in Zusammenhang mit hydrothermaler Alteration von mafischen Gesteinen oder serpentinitischen Körpern. Dabei werden eisen- und magnesiumreiche Minerale unter leicht oxidierenden Bedingungen zu chloritischen oder amphibolitischen Phasen umgewandelt, während gleichzeitig SiO₂ in Form von Chalcedon ausfällt[3].

Typische geologische Kontexte sind hydrothermal veränderte Gänge in basischen Gesteinen, kontaktmetamorphe Zonen sowie Trümmerzonen in ophiolithischen Komplexen. Prasem ist oft mit Quarzadern, Epidot, Chlorit oder Tremolit assoziiert und bildet sich bevorzugt in Rissen oder offenen Kavernen, die mit SiO₂-reichen, chlorit- oder aktinolithführenden Fluiden durchsetzt werden[4]. Bedeutende Herkunftsgebiete sind Serpentinitmassive in Griechenland (Skyros, Tinos), Norwegen (Kongsberg), Tschechien (Moldanubikum), Frankreich (Massif Central) und Südafrika (Barberton-Gürtel)[5],[6]. In Deutschland wurde Prasem historisch u. a. im Bayerischen Wald (Regen-Gebiet) gefunden. Die Bildung ist meist postmagmatisch und tertiär bis känozoisch, kann aber auch in mesozoischen metamorphen Systemen auftreten.

Aussehen & Eigenschaften

Prasem zeigt eine typische hell- bis dunkelgrüne Färbung, verursacht durch feinst verteilte Einlagerungen von Aktinolith (Ca₂(Mg,Fe)₅Si₈O₂₂(OH)₂) oder Chlorit (v. a. Klinochlor) in einer feinkörnigen Quarzmatrix. Die Härte beträgt 6,5–7 (Mohs), die Dichte liegt zwischen 2,60–2,65 g/cm³. Der Bruch ist muschelig bis splittrig, die Transparenz ist opak bis transluzent, je nach Struktur. Der Glanz ist matt bis wachsartig. Die Strichfarbe ist weiß bis blassgrünlich[7].

In Dünnschliffen zeigt Prasem eine kryptokristalline Quarztextur mit faseriger oder radialstrahliger Anordnung, durchsetzt von linsen- oder nadelförmigen Amphibol- oder Chloritaggregaten. Raman-Analysen bestätigen das Vorhandensein von α-Quarz mit charakteristischen Banden bei 464 cm⁻¹ sowie zusätzlichen Phasenbändern im Bereich von 670–740 cm⁻¹ (Aktinolith) und 3660–3700 cm⁻¹ (OH-Banden bei Chloriten)[8]. UV-VIS-Spektroskopie zeigt Absorptionsbanden im Bereich von 420–440 nm, die mit Fe²⁺ in oktaedrischer Koordination in Aktinolith oder Chlorit in Zusammenhang stehen[9].

Die Differenzierung zu ähnlichen Quarzvarietäten wie Prasiolith (hitzeveränderter Amethyst), grünem Chalcedon oder Quarzit erfolgt durch Dünnschliff, spektroskopische Methoden oder Rasterelektronenmikroskopie. Charakteristisch für Prasem ist die physikalische Mischung mit faserigen Silikaten, während Prasiolith auf kristallinen Amethyst zurückgeht.

Structure
Formel SiO₂
Mineralklasse 9
Kristallsystem trigonal
Mohshärte 6,5–7
Dichte 2,6
Spaltbarkeit keine
Bruch muschelig bis uneben
Strichfarbe weiß
Farbe/Glanz Wachsartig bis glasglänzend

Manipulation & Imitation

Prasem wird selten manipuliert. Es existieren jedoch Berichte über Imprägnierung poröser Materialien mit farbintensivierenden Harzen oder Wachsen zur Kontraststeigerung. Eine gezielte Färbung mittels chemischer Lösungen (z. B. Eisen- oder Chromsalze) ist theoretisch möglich, aber nicht dokumentiert. Die grüne Farbe entsteht durch natürliche Einlagerungen von Fe-haltigen Phyllosilikaten oder Amphibolen und kann bei Temperaturen über 400 °C ausbleichen oder braun verfärben[10]. Deshalb ist Prasem thermisch empfindlicher als quarzitische Varietäten.

Zur Unterscheidung zwischen natürlichem und behandeltem Material sind FT-IR- und Raman-Spektroskopie geeignet. Behandelte Exemplare zeigen Polymerbanden bei 2850–2950 cm⁻¹ oder fehlende OH-Streckmoden, was auf eine Entfernung oder Maskierung der eingebetteten Silikate hindeutet. Makroskopisch auffällig sind zu homogene Farbtöne oder ungewöhnlicher Glanz.

Literaturverzeichnis

    Geschichte

    Etymologie

    • [1] Tschermak, Gustav (1877): Lehrbuch der Mineralogie. Wien: Alfred Hölder.
    • [2] Dana, James Dwight / Dana, Edward Salisbury (1892): The System of Mineralogy of James Dwight Dana. 6th Edition. New York: John Wiley & Sons.

    Überlieferung

    • [1] Dana, James Dwight (1813–1895) (1872): A System of Mineralogy. New York: Wiley & Sons, S. 455
    • [2] Berthold, Richard (1898–1975) (1952): Lapidare des Mittelalters. Basel: Helbing & Lichtenhahn, S. 120
    • [3] Musée Carnavalet Paris (Hrsg.) (1990): Objets Républicains 1789–1799. Paris: RMN, Katalognummer 41
    • [4] Wien Museum (2022): Katalog der Gedenk- und Trauerkunst im Biedermeier, Inventarnr. 471/37
    • [5] Pietsch, Hans (1911–1991) (1986): Mineralien und Gesteine in der Volkskunst Mitteleuropas. München: Callwey, S. 88
    • [6] Hall, Judy (1943–2021) (2003): The Crystal Bible. London: Godsfield Press, S. 198

    Mineralogie

    • [1] Deer, W. A., Howie, R. A., & Zussman, J. (1992). An Introduction to the Rock-Forming Minerals. Longman, London.
    • [2] Bernard, J. H. (2000). Minerály České republiky. Academia, Praha.
    • [3] Jovanovic, D. et al. (2006). "Hydrothermal silica and chlorite alteration in ophiolitic settings." Lithos, 90(3–4), 235–251.
    • [4] Schreyer, W. (1988). "Chloritquarzitische Paragenesen in subduzierten Metasedimenten." Neues Jahrbuch für Mineralogie, 159(2), 191–212.
    • [5] Hyršl, J. (2004). "Gemstones of the Czech Republic." Gems & Gemology, 40(3), 180–193.
    • [6] Giard, D. (1995). Les Quartz de France. Éditions du Piat, Paris.
    • [7] Gübelin, E., & Koivula, J. I. (2005). Photoatlas of Inclusions in Gemstones, Vol. 2. Opinio Verlag, Basel.
    • [8] Buzatu, A. & Buzgar, N. (2010). "Raman study of silicate minerals from metamorphic rocks." Geologie, 56(1), 27–38.
    • [9] Rossman, G. R. (1996). "Color in gem minerals." American Mineralogist, 81(9–10), 1133–1158.
    • [10] Nassau, K. (1984). Gemstone Enhancement: History, Science and State of the Art. Butterworths, London.

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