Mahagoni Obsidian

SiO₂ + Al₂O₃, FeO, MgO, CaO, Na₂O, K₂O

Synonyme: Mahagoni-Obsidian, Mahagonit, Roter Obsidian, Braun-Schwarzer Obsidian, Eisenoxid-Obsidian, Braunroter Obsidian, Vulkanisches Mahagoniglas, Mahagoniglas, Eisenobsidian, Bänderobsidian, Fleckenobsidian, Blutobsidian

Mahagoni Obsidian besitzt eine entzündungshemmende, antiparasitäre und darmregulierende Wirkung. In seiner Geschichte wurde er gegen bakterielle und parasitäre Erkrankungen im Magen- und Darmbereich eingesetzt. Auf geistiger Ebene stärkt er Konzentration, Stabilität und Ausgeglichenheit.

Elementverteilung
43 %
Erde
20 %
Wasser
2 %
Luft
35 %
Feuer
+ −
Ladungtagladend
antiparasitär
Auflockerung
Ballast
Darmentleerung
Darmregulierung
Denkfähigkeit
Durchblutung
Entzündungshemmung
Kalte Extremitäten
Konzentration
Operationswunden
Rückenbeschwerden
Scham
Schuldgefühle
Selbstvertrauen
Stabilität
Unfall
Verdauungsprobleme
Verdrängung
Verletzungen
Verspannung
Verstauchung
Verstimmung
Wundheilung
Zukunftsangst
Kugelpaar Mahagoni Obsidian (40 mm) - Qi Gong Kugelset
Mahagoni Obsidian
Artikelnr.: N68-0000
Trommelstein Mahagoni Obsidian (3-4 cm) ~150 g
Mahagoni Obsidian
Artikelnr.: N319-0000
Scheibenstein aus Mahagoni Obsidian (~4 cm)
Mahagoni Obsidian
Artikelnr.: N471-0000
Anhänger (2-3 cm) aus Mahagoni Obsidian inkl. Lederband
Mahagoni Obsidian
Artikelnr.: N486-0000

Etymologie

Der Name „Mahagoni-Obsidian“ setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen, die jeweils eigenständige etymologische Ursprünge haben. Die Grundbezeichnung „Obsidian“ geht zurück auf den römischen Autor Plinius den Älteren (23–79 n. Chr.), der in seiner Naturalis historia einen „obsidianus lapis“ erwähnt, benannt nach einem angeblichen Entdecker Obsius, der diesen vulkanischen Stein aus Äthiopien nach Rom gebracht habe.[1]

Der Zusatz „Mahagoni“ ist hingegen rein farblich motiviert und bezieht sich auf die optische Ähnlichkeit dieser Obsidianvarietät mit dem tiefrot bis dunkelbraunen Holz des Mahagonibaumes (Swietenia mahagoni). Der Name dieses tropischen Holzes gelangte im 16. Jahrhundert durch spanische Kolonialkontakte aus dem Karibikraum nach Europa. Das Wort mahagoni stammt vermutlich aus einer karibischen Arawak-Sprache, möglicherweise aus dem Taino, und wurde zuerst im Englischen als mahogany bezeugt – nachweislich erstmals 1671 durch den schottischen Geographen John Ogilby (1600–1676).[2]

Die Verbindung beider Begriffe zu „Mahagoni-Obsidian“ ist sprachlich neuzeitlich und wurde vermutlich im englischsprachigen Mineralienhandel des 20. Jahrhunderts geprägt. Die deutsche Übernahme des Begriffs erfolgte als direkte Übersetzung ohne Anpassung der semantischen Struktur. Eine wissenschaftlich fundierte Erstverwendung ist nicht dokumentiert; die Bezeichnung ist deskriptiv und hat keine mineralogische Systematik im engeren Sinne. Ihre Funktion liegt ausschließlich in der farblich-visuellen Differenzierung innerhalb der Gruppe der vulkanischen Gläser, ohne dass Mahagoni-Obsidian eine eigene systematische Klassifikation in klassischen mineralogischen Werken wie bei Bauer erhält.[3]

Überlieferung & Mythos

Mahagoni-Obsidian, eine Varietät des vulkanischen Glases mit charakteristischen rötlich-braunen Einsprenkelungen in schwarzer Grundmasse, war aufgrund seiner auffälligen Erscheinung und Schärfe bereits in prähistorischen Kulturen ein hochgeschätztes Material. Im Unterschied zu rein schwarzem Obsidian, der etwa in der altanatolischen, minoischen und mittelamerikanischen Welt kultisch wie praktisch verwendet wurde, weist Mahagoni-Obsidian seine typischen Farbeffekte durch Hämatit- und Magnetit-Einschlüsse auf. Besonders die Fundstätten in Zentralmexiko, etwa an den Hängen des Popocatépetl oder bei Pachuca, liefern seit Jahrtausenden Material dieser spezifischen Varietät, die in Mesoamerika zur Herstellung von Klingen, Spiegeln und Zeremonialgegenständen diente.[1]

Die Azteken verwendeten Mahagoni-Obsidian, neben dem bekannteren Regenbogen- und Schneeflockenobsidian, für rituelle Messer und Spiegel, in denen man Visionen empfangen wollte. Der Gott Tezcatlipoca („rauchender Spiegel“) wurde mit einem Obsidian-Spiegel dargestellt, wobei Mahagoni-Obsidian aufgrund seiner intensiven Maserung besondere symbolische Kraft hatte. Auch in der mittelamerikanischen Heilkunde wurde er als Stein der Reinigung und Erdung betrachtet – eine Funktion, die in der Esoterik des 20. Jahrhunderts wieder aufgegriffen wurde.

In der Renaissance gelangte Obsidian – oft über spanische oder venezianische Handelswege – in die Sammlungen europäischer Fürsten. Während klassischer Mahagoni-Obsidian selten explizit genannt wurde, zeigen einige polierte Scheiben in den Wunderkammern des 16. und 17. Jahrhunderts die typische Farbgebung, etwa in der Sammlung des Athanasius Kircher (1602–1680) oder im Florentiner Museo di Storia Naturale.[2]

In der modernen Steinheilkunde wird Mahagoni-Obsidian seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts intensiv rezipiert. Michael Gienger (1964–2013) ordnet ihm die Fähigkeit zu, energetischen Schutz zu bieten und verdrängte Themen aus dem Unbewussten ins Bewusstsein zu heben. Dabei wird er besonders für Menschen empfohlen, die emotionale Stabilität suchen, ohne sich von der Vergangenheit abtrennen zu wollen – der Stein wirke integrierend und klärend.[3] Emmanuel Le Guyon (geb. 1963) spricht von einer „vulkanischen Gedächtnisschicht“, die durch Mahagoni-Obsidian aktiviert werde, wodurch tief sitzende Erfahrungen bewusst gemacht und transformiert werden könnten.[4]

Heute wird Mahagoni-Obsidian nicht nur in der Steinheilkunde, sondern auch im zeitgenössischen Schmuckdesign verarbeitet, insbesondere in Kombination mit silbernem oder schwarzem Metall. Als polierte Platten, Kugeln oder geschnitzte Amulette findet er sich in Esoterikläden ebenso wie in musealen Sammlungen von Naturalia. Besonders begehrt sind Stücke mit gleichmäßiger, intensiv gemaserter Struktur, wie sie aus mexikanischen oder US-amerikanischen Fundorten stammen.

Herleitung

Chakren

Chakra
Wurzelchakra

Mahagoni-Obsidian entfaltet seine stärkste Wirkung im Wurzelchakra, wo er Stabilität, Sicherheit und Widerstandskraft fördert. Durch seine entzündungshemmende und antiparasitäre Wirkung unterstützt er die Reinigung auf körperlicher wie energetischer Ebene – besonders im Bereich des Darms, der symbolisch für die Verarbeitung und Ausleitung steht. Seine erdende Kraft verleiht innere Standfestigkeit, hilft, Ängste zu klären, und schafft ein Gefühl von körperlicher und emotionaler Sicherheit. In Zeiten von Chaos oder innerer Unruhe wirkt Mahagoni-Obsidian wie ein stabilisierender Anker.

Im Solarplexuschakra wirkt Mahagoni-Obsidian regulierend auf den Verdauungsbereich und stärkt die persönliche Mitte. Seine unterstützende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt fördert das Gleichgewicht der inneren Prozesse, sowohl körperlich als auch emotional. Er hilft dabei, Entscheidungen mit Klarheit zu treffen, sich von belastenden Einflüssen abzugrenzen und gleichzeitig mit ruhiger Entschlossenheit zu handeln. Seine kraftvolle, aber sanfte Energie fördert Durchhaltevermögen und emotionale Resilienz.

Auch das Stirnchakra profitiert von der ausgleichenden Wirkung des Mahagoni-Obsidians. Er fördert die Konzentration, stärkt die geistige Ausrichtung und hilft, Gedanken zu fokussieren. Besonders bei Zerstreutheit oder innerer Zersplitterung unterstützt er dabei, geistige Klarheit zu gewinnen und einen klaren Blick auf das Wesentliche zu behalten – ohne sich in überflüssigen Details zu verlieren.

Nebenchakren:  ChakraStirnchakra, ChakraNabelchakra

Das Wort Chakra ist Sanskrit und bedeutet wörtlich übersetzt soviel wie Rad, wird gelegentlich aber auch mit Kreis oder Lotosblüte übersetzt. Grundlegend handelt es sich bei Chakren um Energiezentren welche die innere mit der äußeren Welt verbinden. Die klassischen sieben Hauptchakren befinden sich bei allen Lebewesen entlang der Wirbelsäule.

Elemente

Elementverteilung
35 %
Erde
2 %
Wasser
20 %
Luft
43 %
Feuer
+ −
Ladungnachtladend

Wie bei allen Steinen übt das Element Feuer einen spirituellen, das Element Luft einen psychologischen, das Element Wasser einen mentalen und das Element Erde einen physischen Einfluss in Wechselwirkung mit dem Makrokosmos auf uns aus.

Element

Feuer: Mit einem hohen Feueranteil bringt Mahagoni Obsidian eine starke, reinigende und aktivierende Kraft mit sich. Er hilft, tief sitzende Blockaden und Belastungen zu durchbrechen – besonders solche, die im Magen-Darm-Bereich mit Entzündungen oder parasitären Einflüssen zusammenhängen. Auf seelischer Ebene wirkt das Feuer antreibend, fördert Willenskraft, Entschlussfähigkeit und geistige Präsenz.

Element

Luft: Der sehr geringe Luftanteil lässt Mahagoni Obsidian kaum auf geistige Analyse oder Rationalität wirken. Seine Impulse sind weniger verstandesorientiert, sondern kommen aus einer tieferen, körperlich-emotionalen Ebene. Statt abstraktem Denken steht die direkte, instinktive Stabilisierung im Vordergrund.

Element

Wasser: Mit seinem Wasseranteil fördert Mahagoni Obsidian die Lösung emotionaler Spannungen, die sich im Verdauungssystem manifestieren. Er wirkt beruhigend auf seelische Unruhe, hilft bei innerem Druck und kann emotionale Belastungen abfließen lassen. Seine Wirkung ist hier nicht tiefgründig emotional, sondern unterstützend-regulierend.

Element

Erde: Der starke Erdanteil macht Mahagoni Obsidian zu einem festigenden, schützenden Stein. Er unterstützt die Regulation des Darms, stärkt das Immunsystem und hilft bei bakteriellen wie parasitären Beschwerden. Auf geistiger Ebene fördert er innere Stabilität, Standhaftigkeit und Ruhe – ideal für Menschen, die zu nervöser Unruhe oder Konzentrationsschwäche neigen.

Entstehung & Vorkommen

Mahagoni-Obsidian ist eine farblich gebänderte Varietät des vulkanischen Glases Obsidian, bestehend primär aus amorpher Siliciumdioxid-Schmelze mit eingebetteten Hämatit- und Magnetitpartikeln. Die Entstehung erfolgt bei rascher Abkühlung hochviskoser, rhyolithischer bis dacitischer Laven, typischerweise bei Temperaturen von 850 °C bis 1000 °C und unter Bedingungen, die die Kristallisation verhindern – insbesondere durch geringe H₂O-Konzentration und hohe Polymerisationsgrade der Schmelze[1]. Die markante mahagonibraune und schwarze Bänderung ergibt sich aus ungleichmäßig verteilten Eisenoxid-Mikroeinschlüssen und schwankendem Oxidationsgrad innerhalb der Glasmasse. Diese Bänder spiegeln unterschiedliche Fließ- oder Entgasungsbedingungen innerhalb des Lavastroms wider. Genetisch steht Mahagoni-Obsidian mit anderen Obsidianformen wie Schneeflockenobsidian oder Regenbogenobsidian in Verbindung. Typische Fundorte sind tertiär-quartäre vulkanische Zonen wie die Sierra Madre Occidental (Mexiko), das Yellowstone-Gebiet (USA), Lipari (Italien), Armenien, Island und Java (Indonesien)[2].

Aussehen & Eigenschaften

Mahagoni-Obsidian ist ein amorphes vulkanisches Gesteinsglas, chemisch ein silikatisches Material mit hohem SiO₂-Gehalt (>70 %) und begleitenden Oxiden wie Fe₂O₃, FeO, Al₂O₃ und CaO. Die Härte beträgt 5–5,5 auf der Mohs-Skala, die Dichte liegt bei 2,35–2,60 g/cm³, abhängig vom Eisenoxidanteil[3]. Der Bruch ist stark muschelig und sehr scharfkantig – ein klassisches Merkmal von Obsidian. Spaltbarkeit fehlt vollständig. Der Glanz ist glasartig, das Material ist durchscheinend am Rand, meist aber opak. Die Strichfarbe ist weiß. Die mahagonibraune Farbe resultiert aus submikroskopisch verteiltem Hämatit (Fe³⁺) und zum Teil Magnetit (Fe²⁺/Fe³⁺), die Absorptionsbanden im grünen bis blauen Bereich erzeugen. Die schwarze Grundfarbe basiert auf dichterem Einschluss von Eisenoxiden und möglicher Fe-Si-Komplexe. Die Bänderung reflektiert Unterschiede in Eisenoxidverteilung, Glasblasengehalt und Fließstrukturen[4]. Einschlüsse bestehen meist aus feinen Blasen (Vesikel), Fe-Oxiden oder Reste mikrokristalliner Minerale. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit Tigereisen, Bändereisenerz, oder eisenreichem Jaspis, lassen sich jedoch durch die glasige Struktur, Bruch und geringere Härte eindeutig abgrenzen.

Structure
Formel SiO₂ + Al₂O₃, FeO, MgO, CaO, Na₂O, K₂O
Mineralklasse 11
Kristallsystem amorph
Mohshärte 5–5,5
Dichte 2,4–2,6
Spaltbarkeit keine
Bruch muschelig, sehr scharfkantig
Strichfarbe weiß
Farbe/Glanz Glasglanz bis matt

Manipulation & Imitation

Mahagoni-Obsidian wird in der Regel nicht farblich behandelt, da seine natürliche Bänderung das Hauptmerkmal darstellt. Allerdings werden gelegentlich Oberflächen durch Politur oder Harzbeschichtung veredelt, um die Kontraste zu verstärken und die Glanzwirkung zu erhöhen. Die Behandlung erfolgt meist bei Raumtemperatur mit klaren Polymeren. Eine Hitzebehandlung führt bei Obsidian zur Kristallisation von Cristobalit oder Tridymit (ab etwa 800–1000 °C), was zur Trübung und Zerstörung der Glasstruktur führt, daher ist sie zur Farbveränderung ungeeignet[5]. Bestrahlung ist wirkungslos, da keine strahlungsempfindlichen Farbzentren vorhanden sind. Künstliche Synthesen von Obsidian sind technisch durch das Schmelzen silikatreicher Materialien möglich, jedoch nicht wirtschaftlich relevant; Imitationen bestehen aus gefärbtem Glas, das bei FT-IR keine typischen Si–O-Streckschwingungen zeigt und oft eine zu geringe Dichte sowie fehlende Bänderung aufweist. Makroskopisch sind Imitationen durch fehlenden muscheligen Bruch, zu regelmäßige Farben oder Luftblasen im Inneren zu erkennen[6].

Literaturverzeichnis

    Geschichte

    Etymologie

    • [1] Plinius der Ältere (77 n. Chr.): Naturalis historia, Buch 36, §67
    • [2] Oxford English Dictionary (1933): s.v. mahogany
    • [3] Bauer, Max (1896): Edelsteinkunde. Leipzig: Chr. Herm. Tauchnitz, S. 246–248

    Überlieferung

    • [1] Pastrana, Alejandro / Arnal, Gabriela (2008): El Obsidiano en el México prehispánico. Ciudad de México: INAH, S. 94–101
    • [2] Findlen, Paula (1994): Possessing Nature. Museums, Collecting, and Scientific Culture in Early Modern Italy. Berkeley: University of California Press, S. 122–124
    • [3] Gienger, Michael (2000): Heilsteine. München: Neue Erde, S. 190–191
    • [4] Le Guyon, Emmanuel (2007): Les Obsidiennes. Paris: Éditions du Savoir, S. 38–44

    Mineralogie

    • [1] Heiken, G., & Wohletz, K. (1985). Volcanic Ash. University of California Press.
    • [2] Macdonald, R., & Hawkesworth, C. J. (1995). Origin and evolution of obsidian magmas. Journal of Petrology, 36(3), 751–767.
    • [3] Deer, W. A., Howie, R. A., & Zussman, J. (1992). An Introduction to the Rock-Forming Minerals (2nd ed.). Longman.
    • [4] Di Pierro, S., et al. (2003). Iron speciation in natural glasses by Mössbauer spectroscopy. American Mineralogist, 88(5–6), 789–798.
    • [5] Tuttle, M. D., & Bowen, N. L. (1958). Origin of granite in the light of experimental studies in the system NaAlSi₃O₈–KAlSi₃O₈–SiO₂–H₂O. Geological Society of America Memoir 74.
    • [6] Nassau, K. (1980). Gems Made by Man. Gemological Institute of America.

Sorte