Etymologie
Der Name „Drachenblutstein“ ist eine moderne, visuell motivierte Handelsbezeichnung für ein Gestein mit auffälliger grün-roter Musterung. Die grüne Grundfarbe wird durch Epidot verursacht, während die roten Einschlüsse auf piemontitreichen Jaspis zurückzuführen sind. Diese Kombination erinnert optisch an die Vorstellung von Drachenhaut mit blutigen Spuren, was zur metaphorischen Benennung als „Drachenblutstein“ führte.[1]
Die Bezeichnung „Jaspis“ stammt vom griechischen Wort ἴασπις (íaspis), das „gesprenkelter Stein“ bedeutet, und wurde über das Lateinische iaspis ins Deutsche übernommen.[2]
Es existieren Legenden, die den Ursprung des Drachenblutsteins mit dem Blut gefallener Drachen in Verbindung bringen. Diese Erzählungen sind jedoch mythologischer Natur und nicht durch historische Quellen belegt.[3]
Überlieferung & Mythos
Der Name „Drachenblutstein“ ist eine moderne, visuell motivierte Handelsbezeichnung für ein Gestein mit auffälliger grün-roter Musterung. Die grüne Grundfarbe wird durch Epidot verursacht, während die roten Einschlüsse auf piemontitreichen Jaspis zurückzuführen sind. Diese Kombination erinnert optisch an die Vorstellung von Drachenhaut mit blutigen Spuren, was zur metaphorischen Benennung als „Drachenblutstein“ führte.[1]
Die Bezeichnung „Jaspis“ stammt vom griechischen Wort ἴασπις (íaspis), das „gesprenkelter Stein“ bedeutet, und wurde über das Lateinische iaspis ins Deutsche übernommen.[2]
Inhaltlich nicht verwandt, aber sprachlich verwandtschaftlich assoziiert ist das pflanzliche „Drachenblut“, ein rotes Harz, das aus verschiedenen tropischen Gehölzen wie Dracaena cinnabari oder Daemonorops draco gewonnen wird. Diese Substanz wurde bereits in der Antike als Arznei- und Farbstoff geschätzt. Plinius der Ältere (23–79 n. Chr.) berichtet in seiner Naturalis Historia von einer Legende, wonach das Harz aus dem Blut eines Drachen und eines Elefanten hervorgegangen sei, die einander im Kampf tödlich verwundet hätten.[3] Während das Harz auf eine lange Rezeptionsgeschichte zurückblickt, ist der „Drachenblutstein“ als Gesteinsbezeichnung eine rein moderne Prägung. Die Verbindung zwischen beiden Begriffen ist ausschließlich metaphorischer Natur und basiert auf der gemeinsamen Farbassoziation.
[tab]Geschichte
[subtab]Etymologie
[1] Bauer, Max (1896): Edelsteinkunde. Leipzig: Chr. Herm. Tauchnitz, S. 550–552
[2] Liddell, Henry George; Scott, Robert (1940): A Greek-English Lexicon. Oxford: Clarendon Press, s.v. ἴασπις
[3] Plinius der Ältere (77 n. Chr.): Naturalis Historia. Buch 12, § 66–67
Entstehung & Vorkommen
Drachenblutstein, auch als „Dragon Blood Jasper“ bezeichnet, ist kein echter Jaspis im mineralogischen Sinn, sondern ein buntes Gestein bestehend aus grünen Epidot-reichen Matrixphasen und roten bis dunkelroten Einschlüssen, meist piemontitreicher Quarz, mikrokristalliner Jaspis oder Hämatit. Das Gestein bildet sich metasomatisch oder hydrothermal im Kontaktbereich zwischen mafischen oder ultramafischen Wirtsgesteinen und oxidierenden SiO₂-haltigen Lösungen[1].
Die grüne Matrix besteht überwiegend aus Epidot oder Clinozoisit – Kalzium-Aluminium-Eisen-Silikaten –, die durch Umwandlung plagioklasreicher Gesteine entstehen. Die roten Bereiche setzen sich meist aus Piemontit (ein manganreicher Epidot), mikrokristallinem Hämatit oder Eisenoxid-färbigen Quarzaggregaten zusammen. Diese farblichen Kontraste entstehen durch Mobilisierung und Ausfällung von Fe³⁺- und Mn³⁺-Ionen in oxidierenden Umgebungen bei Temperaturen zwischen 250–400 °C[2].
Vorkommen dieser Gesteine sind dokumentiert in der Pilbara-Region (Western Australia), wo das Material unter dem Handelsnamen „Dragon Stone“ oder „Dragon Blood Jasper“ exportiert wird. Weitere mögliche Vorkommen existieren in Südafrika und Brasilien, wo epidotführende Alterationszonen in metavulkanischen Einheiten verbreitet sind
Aussehen & Eigenschaften
Drachenblutstein zeigt eine opake bis schwach transluzente, meist polierbare Textur mit einem Kontrast aus grüner Grundmasse und rötlich-braunen Einschlüssen. Die Mohshärte liegt je nach Mineralanteil bei 6–7, die Dichte variiert zwischen 2,9 und 3,2 g/cm³. Der Bruch ist uneben bis muschelig, der Glanz ist matt bis seidig bei rohen, und glasartig bei polierten Oberflächen.
Die grüne Färbung wird durch Epidot oder Clinozoisit verursacht, deren Farbe durch Fe³⁺ im oktaedrischen Gitterplatz beeinflusst wird. Rote Zonen enthalten meist Piemontit (Mn³⁺), Hämatit oder oxidierte Silikataggregate. Diese Kombination ergibt ein für Sammler und Händler optisch attraktives Muster, das namensgebend an das mythologische Bild von „Drachenblut auf grünem Stein“ erinnert[2],[3].
Mikroskopisch lassen sich faserige oder körnige Aggregate mit granoblastischer Textur nachweisen. Raman- und FTIR-Spektroskopie zeigen charakteristische Bande für die Si–O-Streckschwingungen bei 950–1010 cm⁻¹ sowie die OH-Banden von Epidotgruppen bei ~3550 cm⁻¹. Eisenoxide lassen sich durch starke Absorptionsbanden im UV-VIS-Spektrum identifizieren.
| Formel |
Ca₂(Al,Fe)₃(SiO₄)₃(OH) und Ca₂(Al₂Mn³⁺)(Si₂O₇)(SiO₄)O(OH) in SiO₂ |
| Mineralklasse |
9 |
| Kristallsystem |
monoklin und triklin |
| Mohshärte |
6,5–7 |
| Dichte |
2,9–3,2 |
| Spaltbarkeit |
keine einheitliche |
| Bruch |
uneben bis muschelig |
| Strichfarbe |
weiß |
| Farbe/Glanz |
Seidig bis matt |
Manipulation & Imitation
Eine gezielte Behandlung von Drachenblutstein zur Farbveränderung ist nicht dokumentiert. Da es sich um ein opakes, ohnehin farbintensives Gestein handelt, sind klassische Verfahren wie Bestrahlung oder Färbung wirtschaftlich uninteressant. Allerdings können niedrigwertige Proben mit Epoxidharz imprägniert werden, um Poren zu füllen und die Polierbarkeit zu verbessern. Dies zeigt sich durch verstärkte Glanzreflexe oder UV-Fluoreszenz von organischen Rückständen[3]
Imitationsmaterialien bestehen gelegentlich aus polymergebundenen Kompositen mit eingemischtem Farbstoffgranulat. Diese lassen sich durch geringere Härte (<5), homogene Farbmuster und amorphe Struktur erkennen. Zur Differenzierung dienen Dichte- und Mikroskopieprüfungen sowie Infrarot- und Ramananalysen.