Überlieferung & Mythos
Der blaue Andenopal ist ein undurchsichtiger, zart hellblauer Opal aus den Anden (vor allem Peru). Der Gattungsname Opal geht ueber lateinisch 'opalus' auf das sanskritische 'upala' (Stein) zurueck. Waehrend Opal allgemein eine reiche antike Ueberlieferung besitzt, ist der blaue Andenopal ein erst in neuerer Zeit gehandelter Stein; seine Deutung knuepft an seine sanfte, himmelblaue Faerbung an.
Entstehung & Vorkommen
Der blaue Andenopal ist ein gemeiner (nicht edler) Opal aus der Andenregion, vor allem aus Peru. Er besteht wie alle Opale aus wasserhaltiger amorpher Kieselsäure (SiO2·nH2O), die sich in oberflächennahen, niedrigtemperierten Milieus aus kieselsäurereichen Lösungen abscheidet [1]. Ein Farbenspiel zeigt er nicht; strukturell gehört er zu den wenig geordneten Opalen (opal-A/opal-CT) gemäß der Einteilung nach dem Ordnungsgrad [1].
Die blaue bis blaugrüne Körperfarbe beruht auf eingelagerten Kupfermineralen; die Körperfarbe der Opale wird allgemein durch geringe Gehalte von Nicht-Silizium-Begleitelementen bestimmt [1]. Beim Andenopal stammt der Ton aus feinverteiltem Chrysokoll bzw. anderen Kupferverbindungen, die zusammen mit der Kieselsäure ausgefällt werden [2]. Die Vorkommen sind eng an die kupferführenden Lagerstätten der peruanischen Anden gebunden [2].
Aussehen & Eigenschaften
Der blaue Andenopal ist eine blaue bis blaugruene Varietaet des amorphen Opals (SiO2*nH2O) aus den Anden; seine Farbe beruht auf eingelagerten Kupferverbindungen. Er ist wie alle Opale amorph, ohne Kristallsystem, und stellt ein erstarrtes, wasserhaltiges Kieselgel dar[2].
Physikalisch zeigt er die fuer Opal typischen Werte: Mohshaerte 5,5-6,5, Dichte 2,0-2,2 g/cm3, keine Spaltbarkeit, muscheliger Bruch, weisser Strich und glas- bis wachsartiger Glanz; meist ist er durchscheinend und optisch isotrop.
Die blaue Koerperfarbe ist chromophorisch und nicht durch Beugung bedingt: Rossman (1994) fuehrt blaue Opalfarben mancher Vorkommen auf Kupferminerale zurueck[1]. Da Nebenelemente im Si-O-Geruest die Koerperfarbe bestimmen[2], verweist die Kurzformel mit dem Zusatz Cu auf den kupferbedingten Farbcharakter; dies dient zugleich als diagnostisches Merkmal gegenueber eisenroten oder farblos-amorphen Opalen.
| Formel |
SiO2·nH2O (Cu) |
| Mineralklasse |
4 |
| Kristallsystem |
amorph |
| Mohshärte |
5,5-6,5 |
| Dichte |
2.0-2.2 |
| Spaltbarkeit |
keine |
| Bruch |
|
| Strichfarbe |
weiß |
| Farbe/Glanz |
Glas-/Wachsglanz |
Manipulation & Imitation
Andener Blauopal (peruanischer Opal, SiO2·nH2O) besitzt eine charakteristische himmels- bis meerblaue Grundfarbe, die von Chrysokoll-Einlagerungen oder organischen Pigmenten herrührt, und ist häufig opak bis schwach transluzent. Im Handel kommt er gelegentlich mit Öl oder Wachs imprägniert vor, um Risse zu kaschieren und die Farbe zu intensivieren; in manchen Fällen wird blasses Material mit blauen Farbstoffen nachgebessert [1]. Da peruanischer Opal bisweilen eng mit Chrysokoll vergesellschaftet ist, ist bei der Aufbereitung des Rohmaterials eine sorgfältige Prüfung nötig.
Andener Blauopal wird leicht mit blauem Chalcedon, gefärbtem Howlith, Türkis, Larimar und Chrysokoll verwechselt, die alle eine ähnliche Blaugrünfärbung aufweisen können. Glasimitationen in Hellblau werden gelegentlich als peruanischer Opal angeboten; synthetischer peruanischer Opal ist im kommerziellen Markt nicht bekannt [2].
Die niedrige Brechzahl von Opal (n ≈ 1,44–1,46) erlaubt am Refraktometer eine sichere Abgrenzung von Türkis (n ≈ 1,61), Chalcedon (n ≈ 1,53) und Chrysokoll (n ≈ 1,575) [3]. Peruanischer Blauopal zeigt unter UV-Licht häufig eine grünliche Fluoreszenz, die bei Glasimitationen und Türkis meist ausbleibt. Bei gefärbtem Howlith sind unter dem Mikroskop die typischen grauen Adern zu erkennen, die beim echten Opal fehlen.