Rauchobsidian

SiO2-reiches Vulkanglas

Synonyme:

Elementverteilung
100 %
Erde
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Wasser
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Luft
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Feuer
+ +
Ladungtagladend

Etymologie

Überlieferung & Mythos

Rauchobsidian ist ein vulkanisches Glas mit rauchig-durchscheinender Tönung; wie alle Obsidiane entsteht er aus rasch erstarrter Lava. In der Überlieferung gelten Obsidiane allgemein als Schutzsteine.

Herleitung

Chakren

Chakra
KA

Rauchobsidian wirkt besonders kraftvoll im Wurzelchakra, wo er Erdung, Stabilität und körperliche Vitalität fördert. Sein rauchbraun-schwarzer Ton und der kräftige Erdanteil verankern seine Wirkung spürbar im Körper – er gibt Halt, Schutz und eine ruhige, gesammelte Ausstrahlung. Wer sich entwurzelt oder äußeren Belastungen ausgesetzt fühlt, findet in ihm einen beständigen Begleiter, der zur eigenen Mitte zurückführt. Die verhaltene Wärme seines Feueranteils gibt dabei sachte Impulse zur Selbstbehauptung, ohne zu drängen.

Im Stirnchakra unterstützt Rauchobsidian weniger die scharfe Analyse als die ruhige innere Klarheit. Sein spürbarer Wasseranteil hilft, Belastendes loszulassen und das Innere zu klären, sodass sich der Blick von selbst ordnet. So fördert er eine geerdete Form der Erkenntnis – eine Klarheit, die aus Gelassenheit und Loslösung erwächst statt aus angestrengtem Grübeln.

Nebenchakren: 

Das Wort Chakra ist Sanskrit und bedeutet wörtlich übersetzt soviel wie Rad, wird gelegentlich aber auch mit Kreis oder Lotosblüte übersetzt. Grundlegend handelt es sich bei Chakren um Energiezentren welche die innere mit der äußeren Welt verbinden. Die klassischen sieben Hauptchakren befinden sich bei allen Lebewesen entlang der Wirbelsäule.

Elemente

Elementverteilung
0 %
Erde
0 %
Wasser
0 %
Luft
100 %
Feuer
− −
Ladungnachtladend

Der Rauchobsidian wird in seiner Elementverteilung vom Element Erde beherrscht, das ihm seine geerdete, beständige und schützende Note verleiht. Ergänzend wirkt das Element Wasser ausgleichend mit, gefolgt von einem feurigen Anteil, der ihm eine wehrhafte Kraft gibt, während das Element Luft am stärksten zurücktritt. Aufgrund des hohen Erdanteils empfiehlt es sich, den Stein während der Nachtstunden aufzuladen. Über die Elemente Erde und Wasser üben in der Nacht besonders die Venus, der Saturn und der Mond ihren Einfluss aus, während am Tag über das Element Luft der Merkur hinzutritt. Die Polarität wird aufgrund des vorherrschenden Erdcharakters weiblich und negativ gewertet.

Wie bei allen Steinen übt das Element Feuer einen spirituellen, das Element Luft einen psychologischen, das Element Wasser einen mentalen und das Element Erde einen physischen Einfluss in Wechselwirkung mit dem Makrokosmos auf uns aus.

Element

Feuer: Mit seinem moderaten Feueranteil trägt Rauchobsidian eine verhaltene Wärme. Er gibt sachte Impulse zur Selbstbehauptung, ohne zu überhitzen.

Element

Luft: Sein geringer Luftanteil macht Rauchobsidian eher zum Stein der Tat als des Denkens; analytische Schärfe ist nicht seine Stärke.

Element

Wasser: Der spürbare Wasseranteil verbindet Rauchobsidian mit der Gefühlswelt. Er hilft, Belastendes loszulassen und das Innere zu klären.

Element

Erde: Durch seinen kräftigen Erdanteil verankert Rauchobsidian fest im Körper. Er gibt Schutz, Halt und eine ruhige, gesammelte Ausstrahlung.

Entstehung & Vorkommen

Rauchobsidian ist eine rauchbraun bis graubraun durchscheinende Varietaet des Obsidians, eines natuerlichen vulkanischen Glases. Es entsteht, wenn silikatreiche (rhyolithische bis dazitische) Lava mit einem SiO2-Gehalt von typischerweise ueber 70 Prozent so rasch abkuehlt, dass eine Kristallisation weitgehend unterdrueckt wird und ein amorpher Festkoerper erstarrt. Die rauchige Faerbung geht in der Regel auf feinst verteilte Eisenoxid-Mikrolithe (Magnetit, Haematit) beziehungsweise auf den Oxidationszustand des Eisens in der Glasmatrix zurueck[1].

Die Bildung erfolgt an oder nahe der Erdoberflaeche im Zuge sauren Vulkanismus, vorzugsweise an Lavadomen und an den Raendern rhyolithischer Lavastroeme, wo der Waermeentzug am schnellsten ist. Weil natuerliches Glas thermodynamisch metastabil ist, entglast aelterer Obsidian mit der Zeit; geologisch junge vulkanische Einheiten liefern daher die besten Vorkommen. Im zentralen Mittelmeerraum zaehlen die Insel Lipari (Aeolische Inseln, rund 30 km noerdlich von Sizilien) und Pantelleria zu den klassischen, bereits in vorgeschichtlicher Zeit genutzten Obsidianquellen[2]. Weitere bedeutende Liefergebiete liegen in vulkanisch aktiven Regionen wie Mexiko, dem Westen der USA, Island und der Tuerkei.

Aussehen & Eigenschaften

Rauchobsidian ist eine rauchbraun bis graubraun durchscheinende Varietaet des Obsidians und gehoert damit zu den natuerlichen vulkanischen Glaesern. Wie alle Obsidiane besitzt er kein Kristallsystem: Die rasche Abkuehlung silikatreicher Lava unterdrueckt eine geordnete Gitterbildung, sodass ein amorpher, glasartiger Festkoerper erstarrt (System: amorph). Chemisch handelt es sich um ein SiO2-reiches Vulkanglas mit Beimengungen von Al2O3, Eisenoxiden (FeO/Fe2O3) sowie Alkalien (K2O, Na2O). Die rauchig-braeunliche Faerbung und die nur teilweise Durchsichtigkeit gehen weniger auf einzelne chromophore Ionen als auf feinst verteilte Mikrolithe und Eisenoxide in der Glasmatrix zurueck; der Oxidationszustand des Eisens (Fe2+/Fe3+) und die Lichtstreuung an mikroskopischen Einschluessen bestimmen den Farbton. In Obsidianen treten zudem haeufig spherulitische Einschluesse von Quarz und Feldspat auf, die als kleine, kugelige Aggregate erkennbar sind[1].

Physikalisch verhaelt sich Rauchobsidian wie ein Glas: Die Mohshaerte liegt bei etwa 5 bis 5,5, die Dichte im Bereich von rund 2,35 bis 2,5 g/cm3. Eine Spaltbarkeit fehlt vollstaendig; stattdessen bricht das Material muschelig (konchoidal) und bildet sehr scharfe Kanten - ein Verhalten, das aus dem ungeordneten Glasnetzwerk resultiert und das den Werkstoff bereits in vorgeschichtlicher Zeit fuer die Klingenherstellung attraktiv machte. Der Glanz ist glasartig (vitreus), die Strichfarbe weiss bis grau. Die Transparenz reicht je nach Dicke und Einschlussdichte von durchscheinend (in duennen Partien rauchbraun) bis nahezu opak. Da natuerliches Glas optisch isotrop ist, zeigt es im Gegensatz zu kristallinen Mineralen keine Doppelbrechung[2].

Diagnostisch wird Obsidian vor allem ueber das Fehlen jeglicher kristalliner Ordnung von aehnlich dunklen, aber kristallinen Mineralen abgegrenzt; im Duennschliff bleibt das Glas isotrop und liefert keine Interferenzfarben[2]. Zur Material- und Herkunftsbestimmung haben sich geochemische Verfahren etabliert: Mittels tragbarer Roentgenfluoreszenz (pXRF) lassen sich Obsidiane anhand ihrer Spurenelementgehalte (u. a. Rb, Sr, Y, Zr, Nb) sowie ueber das Verhaeltnis von Eisen (Fe) zu Rb/Sr einzelnen Lagerstaetten zuordnen[3]. So sind etwa die peralkalinen Glaeser von Pantelleria an ihrem deutlich hoeheren Eisengehalt und einem charakteristischen gruenlichen Stich erkennbar, waehrend die Obsidiane von Lipari ueberwiegend schwarz bis grau erscheinen und kleine spherulitische Einschluesse fuehren[4]. Eine Abgrenzung gegenueber dunklen Glaesern kuenstlicher Herkunft gelingt ueber die chemische Signatur und das Einschlussinventar.

Structure
Formel SiO2-reiches Vulkanglas
Mineralklasse 4
Kristallsystem amorph
Mohshärte 5-5,5
Dichte 2.35-2.5
Spaltbarkeit keine (muschelig)
Bruch
Strichfarbe weiß
Farbe/Glanz Glasglanz

Manipulation & Imitation

Rauchobsidian ist eine durchscheinende, rauchig-graue bis braeunliche Varietaet des Obsidians, eines natuerlichen vulkanischen Glases (rasch erstarrte, kieselsaeurereiche Lava). Als amorphes Glas wird Obsidian praktisch nicht im ueblichen Sinn "veredelt" - es gibt kein Brennen, Bestrahlen oder Traenken wie bei kristallinen Steinen. Die schmueckenden Effekte mancher Varietaeten (etwa Schiller bei Regenbogen- oder Silberobsidian) beruhen auf feinsten natuerlichen Einschluessen und werden nicht kuenstlich erzeugt[1].
Die eigentliche Manipulationsfrage betrifft daher die Nachahmung: Weil Obsidian selbst ein Glas ist, laesst er sich besonders leicht durch kuenstliches Glas ersetzen. Dunkel gefaerbtes Industrieglas ist das haeufigste Imitat und nach dem Polieren kaum vom Naturprodukt zu unterscheiden[1]. Auch glasige Schlacke aus der Metallverhuettung (als "Schlacken-Obsidian" gehandelt) wird oft verwechselt[2]. Kraeftig blaue, gruene oder rote "Obsidiane" sind nahezu immer eingefaerbtes Kunstglas, da solche Farben in der Natur kaum vorkommen[2]. Daneben wird gefaerbter schwarzer Onyx (Chalcedon) als Obsidian ausgegeben[1].
Zur Unterscheidung hilft die Lupe: Kuenstliches Glas enthaelt oft runde Gasblaeschen, waehrend natuerliche Blaeschen im Obsidian gestreckt oder lagig angeordnet sind und die Fliessstrukturen ruhig und gerichtet verlaufen, nicht chaotisch wie in Schlacke[1][2]. Der Brechungsindex des Obsidians liegt bei etwa 1,48 bis 1,51 und trennt ihn von Chalcedon (Onyx) und anderen kristallinen Nachahmungen; gefaerbter Onyx zeigt zudem unter Vergroesserung eine parallele Baenderung statt eines muscheligen Glasbruchs[1].

Literaturverzeichnis

Sorte