Chrysopras

SiO₂ + (Kerolith)

Synonyme: Apfelgrüner Chalcedon, Nickel-Chalcedon, Nickelhaltiger Chalcedon, Edel-Chalcedon (grün), Nickelgrünstein, Prasolith (veraltet), Chrysophras (historisch), Goldlauch

Chrysopras besitzt eine blutdruckfördernde starke Wirkung auf das Herz. In seiner Geschichte wurde er gerne gegen Krankheiten im Bereich der Blutgefäße, der Herzkranzgefäße und des Herzens eingesetzt. Er wirkt auf Herzmuskulatur, Muskeln und die Geschlechtsorgane ein. Auf geistiger Ebene stärkt er Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und Weitsicht.

Elementverteilung
18 %
Erde
33 %
Wasser
37 %
Luft
12 %
Feuer
+ −
Ladungtagladend
Ablagerungen
Artereosklerose
Arterien
Arterienverkalkung
Ausgeglichenheit
Depression
Erneuerung
Friedrich der Große
Fruchtbarkeit
Geborgenheit
Gleichgewicht
Herz
Herzmuskulatur
Herzprobleme
Hoffnung
Muskulatur
Potenz
Schlaganfall
Schlechte Laune
Treue
Weitsicht
Zufriedenheit
Gummiarmband mit Chrysopras (Splitter)
Chrysopras
Artikelnr.: N1965-0000
Gummiarmband mit Chrysopras (Kugeln 3-4 mm facettiert)
Chrysopras
Artikelnr.: N2060-0000

Etymologie

Der Name „Chrysopras“ setzt sich aus den griechischen Wörtern „χρυσός“ (chrysós) für „Gold“ und „πράσον“ (práson) für „Lauch“ bzw. „Porree“ zusammen und bedeutet wörtlich „goldener Lauch“ oder „lauchartiger Goldstein“.[1] Die ungewöhnliche Kombination erklärt sich aus der charakteristischen Farbgebung des Minerals: einem intensiven Apfel- bis Lauchgrün mit warmem Glanz, das im Altertum offenbar Assoziationen sowohl zur goldenen Brillanz als auch zur grünen Pflanzenfarbe weckte.

Erstmals findet sich die Bezeichnung „chrysoprasos“ bei Theophrast (ca. 371–287 v. Chr.) in seiner Abhandlung „Peri Lithōn“, wo er ihn in eine Reihe transluzider, grünlicher Steine einordnet, die vermutlich unterschiedliche Mineralien umfassten.[2] Plinius der Ältere führt den Stein in seiner „Naturalis historia“ (Buch 37, Kapitel 20) ebenfalls unter diesem Namen und nennt ihn als Variante des Smaragds mit „lauchartigem“ Einschlag, wobei er sich wohl auf nickelfarbene Chalcedone bezog.[3]

Im Mittelalter wurde der Begriff durch Autoren wie Isidor von Sevilla und Albertus Magnus tradiert, die den Chrysopras in die Kategorie der grünen Edelsteine einordneten, häufig mit heilkräftigen und symbolischen Zuschreibungen.[4] Die tatsächliche mineralogische Einordnung als mikrokristalliner, nickelhaltiger Chalcedon – einer Varietät des Quarzes – erfolgte jedoch erst im Rahmen der systematischen Mineralogie des 18. Jahrhunderts.[5] Seine leuchtend grüne Farbe verdankt der Chrysopras Spuren von Nickel, das fein verteilt im Silikatgefüge eingelagert ist und ihn von anderen Quarzen unterscheidet.

Überlieferung & Mythos

Der Chrysopras, ein apfelgrün bis smaragdgrün gefärbter Chalcedon, wurde in Antike und Mittelalter als seltener und hochgeschätzter Edelstein geführt. Die früheste eindeutige Erwähnung stammt von Plinius Secundus, Gaius (23–79 n. Chr.), der in seiner Naturalis historia, Buch XXXVII, Kapitel 20, einen „chrysoprasus“ als smaragdähnlichen Edelstein beschreibt, der aus Skythien und Indien stamme und farblich zwischen Jaspis und Smaragd liege.[1]

Plinius hebt die lichtvolle Qualität und Transparenz des Steins hervor und nennt ihn als Material für kunstvoll gearbeitete Schmucksteine. Ein archäologisch gesichertes Beispiel ist ein römischer Siegelring mit der Darstellung der Göttin Pax, heute im British Museum (Inv.-Nr. 1890,0601.68), dessen Stein als Chrysopras identifiziert wurde – vermutlich getragen von einem Angehörigen der senatorischen Oberschicht.

Albertus Magnus (ca. 1200–1280) führt in De mineralibus einen „crisopassus“ an, den er als leuchtend-grünen Stein beschreibt, der das Herz erfrische und gegen Schwermut wirke.[2] Er ordnet ihn den kühlen Substanzen zu und empfiehlt ihn zur Anwendung in der Nähe des Herzens – etwa in Ringen oder Bruststeinen.

Thomas von Cantimpré (ca. 1201–ca. 1272) beschreibt im Liber de natura rerum den Chrysopras als Stein, der „decorem morum“ verleihe, also sittliche Würde und moralische Festigkeit.[3] Diese Zuschreibung prädestinierte ihn zum Symbolstein für geistliche oder richterliche Würdenträger und zur Verwendung in Insignien.

In der spätmittelalterlichen Volksmedizin wurde Chrysopras gelegentlich mit Wasser angesetzt oder als Amulett getragen, etwa zur Linderung nervöser Unruhe oder zur Stärkung des Herzens. Seine charakteristische Farbe und Lichtwirkung machten ihn außerdem zu einem beliebten Geschenkstein, etwa in Szeptern, Ringen oder kirchlichem Gerät. Einzelne Überlieferungen berichten von seiner Verwendung in Rosenkränzen, wobei ein konkreter Beleg für ein Objekt aus Andechs bislang nicht gesichert ist.

Belege für eine Verwendung vor der Antike fehlen; prähistorische oder bronzezeitliche Funde mit gesicherter Bestimmung als Chrysopras sind bislang nicht bekannt. Die mineralogische Begriffsbildung und kulturelle Verwendung setzt mit der griechisch-römischen Literatur ein.

Chrysopras
Konrad von Megenberg: Chrysopras

«Er ist gut für die Augen, da er die Sehkraft stärkt. Ausserdem benimmt er die Neigung zum Geiz und verleiht dem Menschen Stetigkeit zu allen guten Werken.»

- Das Buch der Natur | Greifswald: Verlag und Druck von Julius Abel 1897, S.378

Herleitung

Chakren

Chakra
Herzchakra

Chrysopras entfaltet seine stärkste Wirkung im Herzchakra. Er stärkt hier die Herzenergie sowohl auf körperlicher als auch auf seelischer Ebene. Seine Schwingung wirkt belebend auf den Herzmuskel und fördert das emotionale Gleichgewicht. Er unterstützt das Erleben von Zufriedenheit, innerem Frieden und einem offenen, mitfühlenden Umgang mit sich selbst und anderen.

Im Sakralchakra bringt Chrysopras Ausgleich und energetische Regulation. Er wirkt harmonisierend auf den Fluss der Lebensenergie und unterstützt die Verbindung zu körperlichen Bedürfnissen, Sinnlichkeit und einem gesunden Umgang mit Emotionen.

Das Solarplexuschakra profitiert von der stabilisierenden Wirkung des Steins. Er hilft, innere Unruhe zu beruhigen, fördert Selbstvertrauen und bringt die eigene Kraft in eine ruhige, klare Entfaltung – besonders hilfreich bei Nervosität oder Druck.

Im Stirnchakra öffnet Chrysopras den Blick für das Wesentliche. Er unterstützt geistige Klarheit, weckt Weitblick und hilft, Situationen mit mehr innerer Übersicht und Gelassenheit zu betrachten. Diese Wirkung ergänzt seine Herzqualität mit einem Bewusstsein, das auf Einsicht und innere Ordnung ausgerichtet ist.

Nebenchakren:  ChakraStirnchakra, ChakraNabelchakra, ChakraSakralchakra

Das Wort Chakra ist Sanskrit und bedeutet wörtlich übersetzt soviel wie Rad, wird gelegentlich aber auch mit Kreis oder Lotosblüte übersetzt. Grundlegend handelt es sich bei Chakren um Energiezentren welche die innere mit der äußeren Welt verbinden. Die klassischen sieben Hauptchakren befinden sich bei allen Lebewesen entlang der Wirbelsäule.

Elemente

Elementverteilung
12 %
Erde
37 %
Wasser
33 %
Luft
18 %
Feuer
+ −
Ladungnachtladend

Wie bei allen Steinen übt das Element Feuer einen spirituellen, das Element Luft einen psychologischen, das Element Wasser einen mentalen und das Element Erde einen physischen Einfluss in Wechselwirkung mit dem Makrokosmos auf uns aus.

Element

Feuer: Mit einem moderaten Feueranteil bringt Chrysopras eine belebende, aber kontrollierte Kraft in den Organismus. Er unterstützt die Aktivierung des Herz-Kreislauf-Systems und wirkt tonisierend auf Herzmuskulatur und Geschlechtsorgane. Seine feurige Komponente fördert nicht Aufregung, sondern eine kraftvolle, zentrierte Vitalität – hilfreich bei Energiemangel oder emotionaler Erschlaffung.

Element

Luft: Der hohe Luftanteil verleiht Chrysopras eine klare, strukturierende Wirkung auf den Geist. Er fördert Weitsicht, mentale Ruhe und die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge mit innerer Gelassenheit zu erfassen. Besonders bei geistiger Unruhe oder emotionaler Sprunghaftigkeit hilft er, Klarheit und Stabilität zu bewahren. Er unterstützt bewusste Reflexion, stärkt die Zufriedenheit mit dem eigenen Weg und verhilft zu mehr seelischer Ausgeglichenheit.

Element

Wasser: Mit einem ausgeprägten Wassergehalt wirkt Chrysopras harmonisierend auf das emotionale Erleben. Er hilft, innere Spannungen abzubauen, die sich häufig in Herz oder Muskulatur widerspiegeln. Besonders bei seelischer Unruhe, die zu körperlichen Beschwerden führt, schafft er ein Gefühl von Ruhe und Vertrauen. Seine Wirkung fördert emotionale Offenheit, ohne Verletzlichkeit, und hilft, sich mit dem eigenen Empfinden zu versöhnen.

Element

Erde: Der eher geringe Erdanteil bringt eine sanfte Verankerung der feinstofflichen Wirkungen in den Körper. Chrysopras wirkt stabilisierend auf Muskeln und Herzgewebe, fördert die Durchblutung und hilft bei Beschwerden im Bereich der Blutgefäße und Geschlechtsorgane. Er stärkt das Körperbewusstsein auf ruhige Weise und vermittelt ein Gefühl innerer Sicherheit – eine leise, aber tragfähige Grundlage für körperliche und geistige Regeneration.

Entstehung & Vorkommen

Chrysopras ist eine nickelhaltige, grün gefärbte Varietät des kryptokristallinen Quarzes (Chalcedon), die typischerweise in stark verwitterten, ultramafischen Gesteinen wie Serpentiniten vorkommt. Die grüne Farbe entsteht nicht durch chromatische Ionen im Quarzgitter selbst, sondern durch fein verteilte Einschlüsse nickelhaltiger Phyllosilikate – insbesondere Ni-reicher Kerolit und Pimelit – sowie in manchen Fällen durch das Carbonat Gaspeit[1],[2],[3].

Wichtige geologische Bildungsräume sind nickelhaltige Lateritverwitterungsdecken in tropischen Klimazonen, etwa in Szklary (Polen), Sarykul Boldy (Kasachstan) oder Haneti-Itiso (Tansania)[2],[4],[5]. Dort bilden sich unter oxidierenden Bedingungen sekundäre Lagerstätten mit diskontinuierlichen Adern aus Chalcedon, die Chrysopras enthalten. In Haneti tritt Chrysopras als dünne, grün gefärbte Quarzgänge in serpentinisierten Gesteinen auf, begleitet von Magnesit und opalinem Silika[4],[5].

Die Farbe entsteht primär durch Ni²⁺ in oktaedrischer Koordination, eingebettet in nanoskalige Schichtsilikate. In Haneti konnte sogar ~0,5 wt % Gaspeit als eigenständige Phase nachgewiesen werden, was eine neue Variante der Farbgebung über eingelagerte Karbonatphasen darstellt[1]. In Szklary hingegen dominiert Pimelit mit ~1 nm Schichtabstand, was auf einen hohen interlamellaren Wassergehalt hinweist[2]. Kristallchemisch lassen sich diese Farbauslöser durch Transmissionselektronenmikroskopie (TEM) und Raman- sowie UV-Vis-NIR-Spektroskopie nachweisen[2],[3].

Aussehen & Eigenschaften

Chrysopras weist die typischen physikalischen Eigenschaften von Chalcedon auf: trigonal kristalliner α-Quarz mit kryptokristalliner Struktur, Härte 6,5–7, Dichte 2,55–2,65 g/cm³, muscheligem Bruch und weißem Strich. Der Glanz ist wachsartig bis glasig. Die Farbe reicht von blassgrün über apfelgrün bis zu gelblichgrün. Diese Farbnuancen korrelieren mit der Konzentration und Kristallinität der Ni-tragenden Einschlüsse und variieren durch das Vorhandensein von Fe³⁺-haltigen Phasen (z. B. Goethit)[3],[5].

Spektroskopisch lassen sich charakteristische Absorptionsmaxima bei ca. 400, 650 und 740 nm nachweisen, die den Übergängen ^3A₂g(F) → ^3T₁g(P), ^3T₁g(F) und ^3T₂g(F) in oktaedrisch koordiniertem Ni²⁺ entsprechen[2],[3]. Raman-Spektroskopie zeigt zusätzlich Signale bei 674 cm⁻¹ und 188 cm⁻¹, die auf die Ni-Schichtsilikate hindeuten[2].

Die Mikrostruktur von Chrysopras aus Tansania besteht aus konzentrisch geschichteten Silika-Sphärolithen (40–80 μm), die aus bipyramidalen Quarzkernen und randständigem Opal-A bestehen[5]. In Szklary sind die Einschlüsse feiner und zeigen turbostatische Stapelung in einer Mischung aus Kerolit und Pimelit[2].

Structure
Formel SiO₂ + (Kerolith)
Mineralklasse 4
Kristallsystem trigonal
Mohshärte 6,5 - 7
Dichte 2,58 - 2,64
Spaltbarkeit keine
Bruch muschelig; rau
Strichfarbe weiß
Farbe/Glanz Wachsglanz bis matt

Manipulation & Imitation

Chrysopras wird gelegentlich imitierend durch Färbung von Chalcedon mit Nickel- oder Chromsalzen hergestellt. Solche Behandlungen führen jedoch häufig zu NiO-Ausfällungen (z. B. Bunsenit), die sich durch hohen Brechungsindex und optische Trübung vom natürlichen Material unterscheiden lassen[3].

Echte Manipulationen wie Bestrahlung oder Hitze führen eher zu Entfärbung und strukturellen Schäden als zu gezielter Farbmodifikation. Die Identifikation natürlicher Exemplare erfolgt mittels EMPA (elektronenmikrosonde), TEM, FTIR, UV-Vis und Raman-Analysen. Besonders charakteristisch sind Fehlen von bunten Interferenzen, zonierter Farbverteilung, charakteristische Spektralbanden und das Fehlen von Farbstoffniederschlägen in Porenräumen[2],[3],[6].

Literaturverzeichnis

    Geschichte

    Etymologie

    • [1] Liddell, Henry George; Scott, Robert (1940): A Greek-English Lexicon. Oxford: Clarendon Press, s.v. χρυσός, πράσον
    • [2] Theophrast (ca. 315 v. Chr.): De Lapidibus, Kap. 55
    • [3] Plinius der Ältere (77 n. Chr.): Naturalis historia, Buch 37, Kapitel 20
    • [4] Isidor von Sevilla (ca. 560–636): Etymologiae, Buch 16; Albertus Magnus (ca. 1200–1280): De mineralibus
    • [5] Bauer, Max (1896): Edelsteinkunde. Leipzig: Chr. Herm. Tauchnitz, S. 258–260

    Überlieferung

    • [1] Plinius Secundus, Gaius (1981): Naturalis historia. Übers. von Roderich König. Zürich: Artemis, Buch XXXVII, Kap. 20
    • [2] Albertus Magnus (1967): De mineralibus. Hrsg. von Dorothy Wyckoff. Oxford: Clarendon Press
    • [3] Thomas von Cantimpré (1973): Liber de natura rerum. Hrsg. von Helmut Boese. Berlin: Akademie-Verlag

    Mineralogie

    • [1] Graetsch, H. A. (2011). Microstructure and origin of colour of chrysoprase from Haneti (Tanzania). Neues Jahrbuch für Mineralogie – Abhandlungen, 188(2), 111–117.
    • [2] Čermáková, Z., Hradil, D., Bezdicka, P., & Hradilová, J. (2017). New data on “kerolite–pimelite” series and the colouring agent of Szklary chrysoprase, Poland. Physics and Chemistry of Minerals, 44, 193–202.
    • [3] Sachanbiński, M., Janeczek, J., Platonov, A., & Rietmeijer, F. J. M. (2001). The origin of colour of chrysoprase from Szklary (Poland) and Sarykul Boldy (Kazakhstan). Neues Jahrbuch für Mineralogie – Abhandlungen, 177(1), 61–76.
    • [4] Kinnunen, K. A., & Malisa, E. J. (1990). Gem-quality chrysoprase from Haneti-Itiso area, Central Tanzania. Bulletin of the Geological Society of Finland, 62(2), 157–166.
    • [5] Shigley, J. E., Laurs, B. M., & Renfro, N. D. (2009). Chrysoprase and prase opal from Haneti, Central Tanzania. Gems & Gemology, 45(4), 271–279.
    • [6] Rossman, G. R. (1994). Colored varieties of the silica minerals. In Heaney, P. J., Prewitt, C. T., & Gibbs, G. V. (Eds.), Silica: Physical Behavior, Geochemistry and Materials Applications. Reviews in Mineralogy, 29, 433–467.

Sorte