Hämatit

Fe₂O₃

Synonyme: Blutstein, Eisenglanz, Rötel, Roteisenerz, Specularit, Spiegeleisenstein, Rotspat, Schiefererz, Rotocker (bei pulveriger Form)

Hämatit besitzt eine blutdruck-, blutdicke- und eisenhaushaltverändernde Wirkung. In seiner Geschichte wurde er bei Blutungen, Blutergüssen und zur Wundheilung eingesetzt. Auf geistiger Ebene stärkt er Lebenskraft und Spontanität. Vorsicht bei Entzündungen im Körper.

Elementverteilung
40 %
Erde
20 %
Wasser
40 %
Luft
0 %
Feuer
+ −
Ladungtagladend
Blutdruck
Blutergüsse
Blutstauungen
Blutungen
Entschlossenheit
Fokussierung
Gefäßverengung
Lebenskraft
Mensturationsbeschwerden
Mut
Narbenbildung
Regelbeschwerden
Selbständigkeit
Selbstbestimmung
Selbstvertrauen
Spontanität
Stabilität
Tatkraft
Tiefer Schlaf
Unabhängigkeit
Unnachgiebigkeit
Vitalität
Willenskraft
Wundheilung
Zielstrebigkeit
Anhänger mit Öse aus Hämatit (2 cm)
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Hämatit
Artikelnr.: N215-0000
Armband Hämatit, Jaspis
Hämatit
Artikelnr.: N369-0000
Anhänger (2-3 cm) aus Hämatit inkl. Lederband
Hämatit
Artikelnr.: N512-0000
Herz (3 cm) aus Hämatit inkl. Lederband
Hämatit
Artikelnr.: N528-0000

Etymologie

Die Bezeichnung Hämatit leitet sich aus altgriechisch αἷμα haima „Blut, Blutvergießen, Blutsverwandter“ (Genitiv: αἵματος haimatos) ab. Die Bezeichnung entpringt dem Phänomen, dass sich beim Schleifen des Steines das Schleifwasser "blutfarben" färbt. Auf Deutsch wird der Stein als Blutstein bezeichnet. Im Englischen Sprachraum bezeichnet wörtlich übersetzte Bloodstone einen anderen Stein.

Überlieferung & Mythos

Für den Hämatit, ein eisenhaltiges Erz mit charakteristisch rotem Abrieb, existieren archäologische Nachweise bereits aus vorantiker Zeit. In paläolithischen Fundstätten – etwa in der Blombos-Höhle (Südafrika, ca. 70.000 v. Chr.) – wurde Hämatit als rotes Farbpigment (Ocker) verwendet, vermutlich in rituellem oder symbolischem Zusammenhang.[1] Auch in neolithischen Kulturen diente er zur Körperbemalung und Grabritualen.

In der Antike ist Hämatit unter dem Namen aimatites lithos („blutartiger Stein“) bekannt. Plinius Secundus, Gaius (23–79 n. Chr.) beschreibt in Naturalis historia, Buch XXXVI, den Hämatit als besonders wirksam bei Blutungen.[2] Der Stein sei pulverisiert mit Wein eingenommen oder äußerlich aufgelegt worden, um Blutfluss zu stillen, insbesondere bei Nasenbluten, Hämorrhoiden oder Menstruationsstörungen. Seine Assoziation mit Blut leitete sich sowohl von der Farbe des Pulvers als auch von seiner eisenreichen Zusammensetzung ab.

Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) empfiehlt in De materia medica den aematites gegen Augenkrankheiten und als adstringierendes Mittel bei äußeren Blutungen, besonders in Verbindung mit Essig oder Wein. Zudem wurde das Pulver zur Reinigung von Wunden verwendet.[3]

Im Mittelalter bleibt die medizinische Bedeutung des Hämatits erhalten. Albertus Magnus (ca. 1200–1280) nennt ihn in De mineralibus einen „lapis sanguineus“, der die Blutung stillt und „den feuchten Überschuss austreibt“.[4] Auch empfiehlt er, Hämatit zu mahlen und in Arzneiwein aufzulösen oder zu Salben zu verarbeiten. Die humoralpathologische Einordnung als trocknend und kühlend machte ihn zu einem bevorzugten Mittel bei hitzigen oder nässenden Leiden.

Thomas von Cantimpré (ca. 1201–ca. 1272) betont im Liber de natura rerum die Fähigkeit des Steins, Blutfluss zu stillen, insbesondere bei Verletzungen des Mundes oder der Nase. Er erwähnt auch seine Anwendung als Bestandteil von Amuletten, insbesondere gegen übermäßige Menstruation oder innere Blutungen.[5]

Symbolisch galt Hämatit als Stein der Wehrhaftigkeit und Standhaftigkeit. Aufgrund seines metallischen Glanzes wurde er gelegentlich in Rüstungsornamenten oder Schwertgriffen verarbeitet. In der volkstümlichen Magie wurde Hämatit zudem als schützender Stein gegen Zauber und böswillige Einflüsse getragen.

Hämatit
Konrad von Megenberg: Hämatit

«Gepulvert und in Wasser verteilt heilt er das Blutspeien, kürzt die Dauer der Menstruation ab und wirkt auch gegen die gewöhnliche Hämorrhoidialblutung.»

- Das Buch der Natur | Greifswald: Verlag und Druck von Julius Abel 1897, S.382
Hämatit
Konrad von Megenberg: Hämatit

«Mit Wein gemischt heilt sein Pulver Geschwüre und ist gegen Bisse giftiger Tiere wirksam. In die Augen getröpfelt heilt und reinigt dies Mittel dieselben. Getrunken zertrümmert es den Stein in der Blase.»

- Das Buch der Natur | Greifswald: Verlag und Druck von Julius Abel 1897, S.382
Hämatit
Pedanius Dioscurides: Hämatit

«Er hat leicht erwärmende und adstringirende Kraft, verdünnt, glättet mit Honig die Narben und Rauhheiten auf den Augen, heilt mit Frauenmilch die Triefäugigkeit, Risse und blutunterlaufene Augen. Mit Wein wird er gegen Harnverhaltung und Frauenfluss, mit Granatapfelsaft gegen Blutspeien getrunken.»

- Des Pedanios Dioskurides aus Anazarbos Arzneimittellehre in fünf Büchern | Stuttgart: Verlag von Ferdinand Enke 1902, S.545
Hämatit
Damigeron : Hämatit

«Hämatit ist auch selbst das beste Geschenk der Natur. Er wird allen von Gott gegeben. Er ist für jede Festigkeit des Körpers nützlich; er ist auch ein guter Schutz für die Gesundheit.»

- Heilende Steine | : Marix Verlag 2017, S.53
Hämatit
Damigeron : Hämatit

«Er ist auch sehr geeignet für die Heilung der Augen. Bei Erkrankungen der Augen heilt er, wenn er mit ungeräuchertem attischen Honig zerrieben und aufgeträufelt wird. Auch wenn er auf Geschwüre und Bisse von Nattern, das sind Schlangen, aufgerieben wird, heilt er, mit Wasser angewendet, hervorragend den Biss einer jeden Schlange.»

- Heilende Steine | : Marix Verlag 2017, S.53
Hämatit
Damigeron : Hämatit

«Er stillt den ständigen Fluss von Blut, wenn man ihn anwendet.Wenn er in einer Fassung befestigt ist oder aufgestrichen oder durch Getränke eingenommen wird, soll man den Stein als Heilmittel geben, und er löst und heilt auch Tröpfeln beim Harnlassen.»

- Heilende Steine | : Marix Verlag 2017, S.53
Hämatit
Plinius der Ältere: Hämatit

«Zachalias, der Babylonier, welcher in den Büchern [...] die Edelsteine die menschlichen Schicksale bestimmen läßt, ist nicht zufrieden, ihn mit Heilkraft für die Augen und für die Leber zu schmücken, er giebt ihn auch solchen, welche von einem Könige etwas erbitten wollen [...] und sagt aus, daß es auch heilsam sei, sich damit in Schlachten zu salben.»

- Cajus Plinius Secundus Naturgeschichte | Stuttgart: Verlag der J. B. Metzlerschen Buchhandlung 1864, Buch XXXVII, S.4362
Hämatit
Johann Wonnecke von Kaub: Hämatit

«Er hat die Kraft den Blutfluss zu stillen. Ist ein eisenfarbener Stein mit Blutäderlein vermischt. Wenn man ihn in siedendes Wasser tut, macht er es kalt und laue, und wer ihn bei sich trägt, den bewahrt er vor zu viel Sonnenhitze.»

- Gart der Gesundheit | Franckfurt am Meyn: Gülfferich 1552, S.725
Hämatit
Volmar : Hämatit

«Kalt und trockener Natur. [...] So man ihn in siedend Wasser tut, macht er es kalt und laue. Denjenigen der ihn bei sich trägt bewahrt er vor zuviel Sonnenhitze.»

- Das Steinbuch | Heilbronn: Verlag von Gebr. Henninger 1877, S.59
Hämatit
Volmar : Hämatit

«Diesen Stein in die Hand genommen, stillt er das Bluten der Nasen. Gemischt mit Teschelkrautsaft und in die Nasenlöcher gelassen benimmt er das Blut daraus.»

- Das Steinbuch | Heilbronn: Verlag von Gebr. Henninger 1877, S.59
Hämatit
Volmar : Hämatit

«Welcher Blut speit der nehme dieses Steins Pulver gemischt mit Honigwasser und dazu Gummi arabicum. Daraus Pillulen gemacht und deren Pillulen eingeschluckt ein Quentlein benimmt das Blutspeien.»

- Das Steinbuch | Heilbronn: Verlag von Gebr. Henninger 1877, S.59-60
Hämatit
Volmar : Hämatit

«Welcher den Blutgang hat der nehme das weiß von einem Ei und Essig jedes zwei Lot. Rosenöl vier Lot des Pulvers von diesem Stein ein Lot und lasse dies untereinander mit einem Cristier. Es hilft. Nutze dieses Pulver mit Wegerichsaft. Es stoppt den weißen und roten Fluss der Frauen.»

- Das Steinbuch | Heilbronn: Verlag von Gebr. Henninger 1877, S.60
Hämatit
Urban Brückmann: Hämatit

«Der Hämatit ist eine der Substanzen, die in den allerfrühesten Zeiten schon zum Schmuck benutzt wurden. In den Ruinen von Babylon sind viele Zylindergeramen, zum Teil mit Gravierungen, aus diesem Steine gefunden worden, und ebenso fanden sich Schmucksachen aus Hämatit in alten ägyptischen Gräbern.»

- Abhandlung von Edelsteinen | Braunschweig: verlegts die Fürstl. Maysenhausbuchhandlung 1757, S.656

Herleitung

Chakren

Chakra
Wurzelchakra

Hämatit wirkt besonders kraftvoll auf das Wurzelchakra, wo er als starker Energiestein für Erdung, Stabilität und körperliche Vitalität sorgt. Seine Verbindung zur Blutzirkulation und zum Eisenhaushalt macht ihn zu einem idealen Begleiter für Menschen, die innere Stärke und Standfestigkeit aufbauen möchten. Hämatit stärkt den Mut, sich mit beiden Beinen im Leben zu verankern, und verleiht Ausdauer sowie die Fähigkeit, Herausforderungen entschlossen zu begegnen.

Im Sakralchakra bringt Hämatit die Lebensenergie in Fluss und wirkt harmonisierend auf emotionale Reaktionen. Er unterstützt dabei, spontane Impulse besser zu regulieren und aus dem Gleichgewicht geratene Energie wieder ins Lot zu bringen. Dabei hilft er auch, aufgestaute Spannungen zu lösen und fördert ein gesundes Verhältnis zu den eigenen Bedürfnissen und Impulsen.

Das Solarplexuschakra profitiert von Hämatits Wirkung auf das Selbstvertrauen und die Willenskraft. Er hilft, klare Entscheidungen zu treffen, stärkt das Durchsetzungsvermögen und schenkt geistige Klarheit in emotional belastenden Situationen. Besonders bei innerer Zerrissenheit oder Antriebslosigkeit kann Hämatit helfen, Klarheit zu gewinnen und zielgerichtet zu handeln.

Im Herzchakra wirkt Hämatit unterstützend bei der Verarbeitung emotionaler Verletzungen und fördert die Bereitschaft, sich wieder zu öffnen. Seine stabilisierende Energie schafft emotionale Ausgewogenheit und hilft, mit innerer Ruhe und Mitgefühl auf sich selbst und andere zu reagieren. Er kann Schutz geben in Zeiten innerer Unruhe und dabei helfen, das eigene Herz mit neuer Kraft zu beleben.

Nebenchakren:  ChakraHerzchakra, ChakraNabelchakra, ChakraSakralchakra

Das Wort Chakra ist Sanskrit und bedeutet wörtlich übersetzt soviel wie Rad, wird gelegentlich aber auch mit Kreis oder Lotosblüte übersetzt. Grundlegend handelt es sich bei Chakren um Energiezentren welche die innere mit der äußeren Welt verbinden. Die klassischen sieben Hauptchakren befinden sich bei allen Lebewesen entlang der Wirbelsäule.

Elemente

Elementverteilung
0 %
Erde
40 %
Wasser
20 %
Luft
40 %
Feuer
+ −
Ladungnachtladend

Wie bei allen Steinen übt das Element Feuer einen spirituellen, das Element Luft einen psychologischen, das Element Wasser einen mentalen und das Element Erde einen physischen Einfluss in Wechselwirkung mit dem Makrokosmos auf uns aus.

Element

Feuer: Da Hämatit keinen Feueranteil besitzt, fehlt ihm eine direkte anregende oder entzündungsfördernde Komponente – was ihn besonders geeignet macht für Situationen, in denen gezielte Stärkung ohne Überhitzung gefragt ist. Seine Energie wirkt nicht antreibend, sondern eher bündelnd und kräftigend – jedoch ist bei bestehenden Entzündungen Vorsicht geboten, da seine stark durchblutungsfördernde Wirkung diese verstärken kann.

Element

Luft: Mit einem sehr hohen Luftanteil fördert Hämatit geistige Wachheit, schnelle Auffassungsgabe und klare Kommunikation. Er unterstützt die Reflexion über körperliche Zustände und seelische Zusammenhänge, was ihn besonders in der psychosomatischen Selbstbeobachtung wertvoll macht. Geistig bringt er Klarheit, löst Grübelmuster und regt zu spontanen, aber wohlüberlegten Handlungen an.

Element

Wasser: Der moderate Wasseranteil verleiht Hämatit eine unterstützende Wirkung auf das emotionale Gleichgewicht. Er hilft, emotionale Spannungen im Zusammenhang mit körperlicher Erschöpfung oder Eisenmangel auszugleichen, stärkt die Verbindung zum eigenen Körpergefühl und kann helfen, unterschwellige Unsicherheiten zu beruhigen.

Element

Erde: Der hohe Erdanteil ist die tragende Säule der Hämatit-Wirkung: Er verankert Energie tief im Körper, stabilisiert den Kreislauf, unterstützt den Eisenhaushalt und stärkt das Blut in seiner Substanz. Auf seelischer Ebene vermittelt er Bodenhaftung, Ausdauer und Selbstsicherheit – ein Stein für innere Kraft, Präsenz und den Mut, spontan und lebensbejahend zu handeln.

Entstehung & Vorkommen

Hämatit (Fe₂O₃) entsteht unter einer Vielzahl geologischer Bedingungen, wobei seine Bildung stark von Temperatur, Sauerstoffaktivität und Fluidzusammensetzung abhängt. Typische Bildungsumgebungen sind hydrothermale Systeme, sedimentäre Milieus mit Oxidationsbedingungen sowie kontakt- und regionalmetamorphe Zonen. Hämatit kann primär aus eisenreichen Lösungen ausfallen, die unter oxidierenden Bedingungen zirkulieren, insbesondere bei Temperaturen zwischen 100 °C und 400 °C in hydrothermalen Gängen [1]. Bei höheren Temperaturen (>500 °C) entsteht Hämatit aus Magnetit durch Oxidation während der regionalen Metamorphose, etwa in Bändereisenerzen (BIFs), wo er in alternierenden Schichten mit Quarz oder Chert auftritt [2]. Auch in Verwitterungsdecken entsteht Hämatit sekundär durch Umwandlung von Goethit oder Limonit unter tropischen Klimabedingungen, wobei pH-Wert und Redoxpotenzial steuernde Faktoren darstellen [3]. Magmatisch gebildeter Hämatit ist seltener, tritt aber in felsischen magmatischen Gesteinen wie Rhyolith oder Syenit in Form feinverteilter Exsolutionslamellen auf. Bedeutende Vorkommen mit geologischem Kontext sind z. B. die proterozoischen Itabirit-Vorkommen in der Quadrilátero Ferrífero-Region Brasiliens, paläozoische BIFs in der Pilbara-Region Australiens sowie tertiäre Lagenhydrothermalsysteme des Maramureș-Gebietes in Rumänien [4].

Aussehen & Eigenschaften

Hämatit kristallisiert trigonal im rhomboedrischen Kristallsystem und bildet typischerweise tafelige bis schuppige Kristalle, daneben kommen auch radialstrahlige Aggregate (sogenannter Roteisenstein) sowie massiv dichte Varietäten (Eisenglanz) vor. Die Härte beträgt 5,5–6,5 auf der Mohs-Skala, die Dichte liegt bei ca. 5,26 g/cm³ [5]. Der Bruch ist muschelig bis uneben, Spaltbarkeit fehlt weitgehend. Der Glanz ist metallisch bis matt, abhängig von Korngröße und Morphologie. Hämatit ist opak, unabhängig von Korndicke, und besitzt eine charakteristische rotbraune bis kirschrote Strichfarbe. Die typische Farbe resultiert aus Fe³⁺-Ionen, deren d–d-Übergänge im sichtbaren Bereich breitbandige Absorptionsmuster erzeugen [6]. Da keine Fe²⁺-Ionen enthalten sind, bleibt Hämatit auch bei analytischer Untersuchung als rein oxidiertes Eisenmineral erkennbar. Kristallmorphologisch sind tafelige bis blättrige Ausbildungen typisch, wobei pseudomorphe Formen nach Magnetit (Martit) Hinweise auf Umwandlungsprozesse liefern. Einschlüsse sind meist feinkörnig mineralischer Art, insbesondere Quarz, Ilmenit oder Relikte von Magnetit. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Ilmenit, Psilomelan oder Anthrazit, lässt sich jedoch durch die charakteristische rote Strichfarbe und hohe Dichte differenzieren [7].

Structure
Formel Fe₂O₃
Mineralklasse 4
Kristallsystem trigonal
Mohshärte 6 - 6.5
Dichte 5.2 - 5.3
Spaltbarkeit keine
Bruch unregelmäßig bis splitterig
Strichfarbe rotbraun, blutrot
Farbe/Glanz metallisch bis matt

Manipulation & Imitation

Manipulationen von Hämatit zu Schmuckzwecken sind selten, betreffen jedoch gelegentlich die Oberflächenbehandlung zur Glanzsteigerung. Dies geschieht durch mechanisches Polieren oder Beschichtung mit dünnen Oxidschichten bei Temperaturen um 200–300 °C, die die Reflektivität erhöhen, ohne die Kristallstruktur zu verändern [8]. Farbveränderungen durch Bestrahlung sind nicht dokumentiert, da Hämatit aufgrund seiner Elektronenstruktur strahlungsresistent ist. Synthetisch kann Hämatit über Sol-Gel- oder hydrothermale Verfahren hergestellt werden, meist für pigmenttechnische oder katalytische Anwendungen. Die Synthese erfolgt typischerweise bei 150–250 °C unter oxidierenden Bedingungen aus Fe³⁺-haltigen Lösungen, z. B. aus Fe(NO₃)₃ [9]. Zur Unterscheidung zwischen natürlichem und synthetischem Hämatit dienen Raman-Spektroskopie (charakteristisches Band bei ca. 225 cm⁻¹ und 290 cm⁻¹), sowie FT-IR, wobei kristalline Ordnung und Partikelgröße diagnostische Merkmale darstellen [10]. Makroskopisch ist synthetisches Material häufig homogener, zeigt keine zonierte Textur und weist unter hoher Vergrößerung fehlende Einschlüsse auf. Auch übermäßig metallischer Glanz kann auf technische Verarbeitung hindeuten [11].

Literaturverzeichnis

    Geschichte

    Überlieferung

    • [1] Henshilwood, Christopher et al. (2002): Emergence of modern human behavior: Middle Stone Age engravings from South Africa. In: Science 295, S. 1278–1280
    • [2] Plinius Secundus, Gaius (1981): Naturalis historia. Übers. von Roderich König. Zürich: Artemis, Buch XXXVI
    • [3] Dioskurides, Pedanios (1902): De materia medica. Übers. von Max Wellmann. Berlin: Weidmann
    • [4] Albertus Magnus (1967): De mineralibus. Hrsg. von Dorothy Wyckoff. Oxford: Clarendon Press
    • [5] Thomas von Cantimpré (1973): Liber de natura rerum. Hrsg. von Helmut Boese. Berlin: Akademie-Verlag

    Mineralogie

    • [1] Guilbert, J. M., & Park, C. F. (1986). The Geology of Ore Deposits. Waveland Press.
    • [2] Klein, C., & Beukes, N. J. (1992). Proterozoic iron formations. Geological Society of America, Special Paper 273, 185–222.
    • [3] Cornell, R. M., & Schwertmann, U. (2003). The Iron Oxides: Structure, Properties, Reactions, Occurrences and Uses (2nd ed.). Wiley-VCH.
    • [4] Dorr, J. V. N. (1969). Physiographic, Stratigraphic, and Structural Development of the Quadrilátero Ferrífero, Minas Gerais, Brazil. U.S. Geological Survey Professional Paper 341-B.
    • [5] Deer, W. A., Howie, R. A., & Zussman, J. (1992). An Introduction to the Rock-Forming Minerals (2nd ed.). Longman.
    • [6] Sherman, D. M. (1985). The electronic structures of Fe³⁺ oxides. American Mineralogist, 70(11–12), 1262–1269.
    • [7] Farmer, V. C. (1974). The distinction between hematite and related minerals. Infrared Spectra of Minerals, Mineralogical Society Monograph 4, 275–287.
    • [8] Nassau, K. (1983). The Physics and Chemistry of Color. Wiley-Interscience.
    • [9] Sugimoto, T., et al. (1993). Morphological development of uniform hematite particles. Colloids and Surfaces A: Physicochemical and Engineering Aspects, 70(2–3), 167–169.
    • [10] de Faria, D. L. A., Silva, S. V., & de Oliveira, M. T. (1997). Raman microspectroscopy of some iron oxides and oxyhydroxides. Journal of Raman Spectroscopy, 28(11), 873–878.
    • [11] Gaft, M., Reisfeld, R., & Panczer, G. (2005). Modern Luminescence Spectroscopy of Minerals and Materials. Springer.

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