Opalglas

SiO₂ mit Zinnoxid, Fluoriden, Aluminiumoxid, Calciumoxid

Synonyme: Gemeiner Opal, Milchopal, Harzopal, Glasopal, Opalit, Opallith, Opalimit, Opalisit, Bergopal, Perlmuttopal

Opalglas ist ein in aufwändigem Verfahren aus Quarzsand hergestelltes Kunstglas, das mit dem seltenen Mineral Kryolith eingefärbt wird. Da Kryolith meist aus Fluorit gewonnen wird, schreibt man ihm eine beruhigende und klärende Wirkung zu. Darüber hinaus soll es die Lern- und Aufnahmefähigkeit fördern. Eigenschaften, die intuitiv besonders von Kindern geschätzt werden.

Elementverteilung
5 %
Erde
55 %
Wasser
35 %
Luft
5 %
Feuer
+ −
Ladungtagladend
Aufnahmefähigkeit
Beobachtungsgabe
Beruhigung
Eleganz
geistige Präsenz
Informationsaufnahme
Lernfähigkeit
Nervosität
Reizverarbeitung
Opalglas: Kugel 8 mm (glatt) - 10 Stück
Opalglas
Artikelnr.: N1729-0000
Engel stehend (35 mm) aus Opalglas
Opalglas
Artikelnr.: N970-0000
Donut Ohrringe (2 cm) aus Opalglas
Opalglas
Artikelnr.: N105-0000
Donut (2 cm) aus Opalglas
Opalglas
Artikelnr.: N1242-0000

Etymologie

Der Begriff „Opalglas“ ist eine moderne Zusammensetzung aus den Substantiven „Opal“ und „Glas“ und bezeichnet ein milchig-trübes, lichtstreuendes Glas mit opalisierender Wirkung. Die Benennung beruht auf dem optischen Vergleich mit dem Edelstein Opal, dessen charakteristisches Schimmern und lichtstreuende Eigenschaften als Vorbild dienten. „Opal“ selbst stammt vom lateinischen opalus, das wiederum aus dem griechischen opallios entlehnt wurde und auf das altindische úpala („wertvoller Stein“) zurückgeht.[1] Der Begriff wurde im Deutschen im 18. Jahrhundert als Lehnwort etabliert.

„Glas“ entstammt dem althochdeutschen glas, mit Wurzeln im indogermanischen ghel- für „glänzend, schimmern“.[2] Die Bezeichnung „Opalglas“ findet sich seit dem 19. Jahrhundert im technischen und kunsthandwerklichen Sprachgebrauch, insbesondere im Zusammenhang mit Milchglasobjekten und lichtstreuenden Leuchtenabdeckungen.

Die erstmalige industrielle Herstellung von Opalglas erfolgte im frühen 19. Jahrhundert in Frankreich und Böhmen, dokumentiert etwa in Werken zur Glastechnik von Hermann von Pückler-Muskau (1785–1871).[3]

Überlieferung & Mythos

Opalglas, ein künstlich hergestelltes, milchig bis irisierend trübes Glas, wurde ab dem späten Mittelalter und insbesondere in der Neuzeit zu einem bedeutenden Werkstoff in Kunst, Schmuck und Gebrauchskultur. Anders als das gleichnamige Mineral Opal handelt es sich bei Opalglas um ein Glasprodukt mit fein verteilten Kristallen oder Bläschen, die Lichtstreuung verursachen und so die charakteristische opalisierende Wirkung erzeugen.

Die ersten gezielten Herstellungsverfahren entstanden vermutlich in Venedig im 16. Jahrhundert, auf der Glasinsel Murano. Dort experimentierten Glasmacher mit Metalloxiden und kristallinen Zusätzen wie Fluoriden, um Milchglas oder halbtransparente Gläser zu erzeugen. Das Resultat war zunächst sogenanntes „lattimo“ (von latte = Milch), das häufig in Kombination mit durchsichtigen Farben oder Goldintarsien in Prunkgeschirr und Vasen verwendet wurde. Diese Glasart gilt als Vorläufer des späteren Opalglases. [1]

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Opalglas zur Modeerscheinung in höfischen und bürgerlichen Haushalten – besonders in Frankreich, Böhmen und England. Es fand breite Verwendung in Parfümfläschchen, Schmuckkästchen, Deckeldosen und dekorativen Leuchtern. In der Ära des Empire und später des Biedermeier war es beliebt für Nachbildungen antiker Formen, etwa Kameen oder antikisierende Vasen, die das kostbare weiße Porzellan imitieren sollten. [2]

Die bedeutendsten Manufakturen für Opalglasprodukte im 19. Jahrhundert waren Baccarat (Frankreich), Harrach (Böhmen), Whitefriars Glass (London) und die Wiener Glasfabriken. Besonders in der Jugendstilbewegung wurde Opalglas durch Künstler wie Émile Gallé (1846–1904) und die Werkstätten von Louis Comfort Tiffany (1848–1933) neu interpretiert – meist mit floralen, irisierenden oder lichtdurchlässigen Effekten. [3]

Eine weitere Blütezeit erlebte Opalglas im Art déco der 1920er- und 1930er-Jahre, als matte Opalglaslampen mit geometrischen Formen in der Innenarchitektur eine zentrale Rolle spielten. Der Kontrast zwischen der sanften Lichtstreuung und modernen Materialien wie Chrom oder Bakelit wurde als Ausdruck technologischer Raffinesse empfunden. Berühmte Objekte dieser Zeit finden sich etwa im Werk des französischen Designers René Lalique (1860–1945). [4]

Heute ist Opalglas vor allem als Werkstoff in Leuchten, Laborglas und dekorativer Gebrauchskunst verbreitet. In der Esoterikszene wird es gelegentlich fälschlich mit natürlichem Opal verwechselt, besitzt jedoch keine überlieferte symbolische Bedeutung.

Herleitung

Chakren

Chakra
Stirnchakra

Opalglas entfaltet seine stärkste energetische Resonanz im Stirnchakra. Durch die Verbindung zu Fluorit und Kryolith fördert es die geistige Klarheit, Konzentration und intuitive Erkenntnis. Besonders bei Lernprozessen oder bei geistiger Überforderung wirkt es beruhigend, ordnend und klärend. Es hilft, Informationen aufzunehmen und einzuordnen, was es zu einem besonders geschätzten Begleiter für Kinder, Schüler oder Menschen in Ausbildung macht.

Im Kronenchakra unterstützt Opalglas die Öffnung zum höheren Bewusstsein. Seine milchige, lichtdurchflutete Erscheinung erinnert an feine geistige Ebenen und verleiht Zugang zu innerem Wissen – ohne Druck, sondern mit stiller, natürlicher Wachheit. Es lädt dazu ein, sich selbst in einem größeren Zusammenhang wahrzunehmen und auf die eigene Intuition zu vertrauen.

Auch das Herzchakra wird auf feine Weise angesprochen: Opalglas vermittelt Leichtigkeit, emotionale Offenheit und Vertrauen. Besonders Kinder oder sensible Menschen spüren intuitiv seine sanfte, schützende Energie, die nicht überwältigt, sondern ein Gefühl von Geborgenheit und innerem Licht vermittelt.

Im Solarplexuschakra unterstützt es die Integration des Gelernten ins persönliche System: nicht nur denken, sondern begreifen – mit Klarheit und Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Dinge zu erfassen und anzuwenden.

Nebenchakren:  ChakraKronenchakra, ChakraHerzchakra, ChakraNabelchakra

Das Wort Chakra ist Sanskrit und bedeutet wörtlich übersetzt soviel wie Rad, wird gelegentlich aber auch mit Kreis oder Lotosblüte übersetzt. Grundlegend handelt es sich bei Chakren um Energiezentren welche die innere mit der äußeren Welt verbinden. Die klassischen sieben Hauptchakren befinden sich bei allen Lebewesen entlang der Wirbelsäule.

Elemente

Elementverteilung
5 %
Erde
35 %
Wasser
55 %
Luft
5 %
Feuer
+ −
Ladungnachtladend

Wie bei allen Steinen übt das Element Feuer einen spirituellen, das Element Luft einen psychologischen, das Element Wasser einen mentalen und das Element Erde einen physischen Einfluss in Wechselwirkung mit dem Makrokosmos auf uns aus.

Element

Feuer: Mit einem sehr geringen Feueranteil besitzt Opalglas eine nur schwach aktivierende Wirkung. Es regt weniger zur Tat an als zur sanften Selbstwahrnehmung. Seine feurige Qualität zeigt sich in zarter Form – als leises inneres Licht, das die Aufmerksamkeit nach innen lenkt, ohne zu überfordern. Besonders für sensible Menschen oder Kinder kann diese zurückhaltende Dynamik wohltuend und schützend wirken.

Element

Luft: Der ausgeprägte Luftanteil macht Opalglas zu einem Stein geistiger Leichtigkeit und Offenheit. Es fördert die Aufnahme- und Lernfähigkeit, unterstützt klares Denken und regt dazu an, neue Informationen schnell zu erfassen und einzuordnen. Besonders in schulischen oder intellektuell fordernden Phasen kann Opalglas helfen, Konzentration und Merkfähigkeit zu verbessern – ohne Druck, sondern mit einer spielerisch-intuitiven Herangehensweise.

Element

Wasser: Mit seinem dominanten Wasseranteil wirkt Opalglas stark beruhigend, besänftigend und ausgleichend. Es spricht das emotionale Empfinden an und schafft ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Dies macht es besonders geeignet für Kinder, da es übermäßige Reize mildert und ein harmonisches inneres Gleichgewicht fördert. Seelisch hilft es, sich angenommen und verstanden zu fühlen, wodurch sich Lernprozesse angstfrei und offen entfalten können.

Element

Erde: Der sehr geringe Erdanteil verleiht Opalglas wenig Schwere oder Festigkeit, was zu seiner lichten, durchscheinenden Wirkung passt. Es bietet kaum Erdung, wirkt dafür aber besonders im feinstofflichen Bereich. Als Begleiter für geistige Entwicklung und emotionale Stabilisierung eignet sich Opalglas vor allem dort, wo eine sensible, klärende Unterstützung gefragt ist – ohne festzuhalten, sondern Raum zu geben.

Entstehung & Vorkommen

Opalglas ist ein künstlich hergestelltes Glasmaterial, das durch gezielte Streuungseffekte in der Glasmasse eine milchige bis opalisierende Erscheinung erhält. Es besitzt kein natürliches Vorkommen und wurde historisch im 19. Jahrhundert entwickelt, um Materialien wie Milchglas, Mondstein oder Opal zu imitieren[1]. Der opake bis transluzente Effekt entsteht durch das Einbringen nanofeiner Kristallphasen oder Streuzentren, z. B. aus Calciumfluorid (CaF₂), Phosphaten, Fluorapatit oder fein verteiltem Zirkonoxid, die während des Abkühlens in der Glasstruktur auskristallisieren und Licht im sichtbaren Bereich diffus streuen[2],[3].

Die physikalische Ursache dieser Opaleszenz ist eine Kombination aus Rayleigh- und Tyndall-Streuung an Partikeln mit Durchmessern <500 nm. Diese erzeugen je nach Blickwinkel und Lichtquelle einen bläulichen oder regenbogenartigen Schimmer, der dem Erscheinungsbild von Edelopal ähnelt, jedoch rein streuungsbasiert ist und nicht durch Interferenz an Kristallstrukturen entsteht wie bei echtem Opal[4].

Industrielle Herstellung erfolgt durch kontrolliertes Abschrecken der Glasschmelze unter Zusatz kristallisationsfördernder Komponenten, wobei die Entstehung der Streuphasen durch Glaskomposition, Temperaturführung und Haltezeiten gesteuert wird. Historisch wurde Opalglas besonders in Jugendstilobjekten und Schmuck der Jahrhundertwende verwendet und ist bis heute in Frankreich, Tschechien, Deutschland und China weit verbreitet[5].

Aussehen & Eigenschaften

Opalglas erscheint meist milchig-weiß, bläulich, rosé oder leicht grau, je nach Zusammensetzung. Es kann homogen oder wolkig durchscheinend sein, an dünnen Kanten transluzent und zeigt in manchen Fällen einen schwachen, farbigen Lichtsaum, jedoch kein echtes Farbspiel. Die Lichtwirkung basiert auf volumetrischer Streuung und nicht auf Gitterinterferenz, wie bei Edelopal oder synthetischem Opal[6].

Raman-Spektroskopie zeigt ein breites, diffuses Band bei ~465 cm⁻¹, typisch für amorphe Silikate. Infrarotspektren liefern Hinweise auf eingeschlossene Fluoride, Phosphate oder Carbonate durch charakteristische Banden im Bereich ~1030–1120 cm⁻¹ (PO₄³⁻) oder ~1400–1500 cm⁻¹ (CO₃²⁻)[7].

Mikroskopisch zeigt sich unter polarisiertem Licht eine völlige Isotropie, ohne Interferenzfarben oder optische Achsen. Oft erkennbar sind Spannungsfiguren, Bläschen, Einschlusszonen oder Materialspannungen.

Structure
Formel SiO₂ mit Zinnoxid, Fluoriden, Aluminiumoxid, Calciumoxid
Mineralklasse 11
Kristallsystem amorph
Mohshärte 5–6
Dichte 2,4–2,6
Spaltbarkeit keine
Bruch muschelig, spröde
Strichfarbe weiß
Farbe/Glanz Glasglanz mit opalisierendem oder perlmuttartigem Effekt

Manipulation & Imitation

Opalglas wird in der Industrie auf verschiedenste Weise modifiziert, um optisch möglichst nahe an Edelopal oder Mondstein heranzukommen. Dazu werden meist Farbzusätze wie Kobalt (blau), Mangan (rosa), Kupfer (grün), Selen (rot) oder Eisenverbindungen (gelblichbraun) eingemischt. Besonders für Imitationen von Edelopal werden gezielt mehrschichtige Farbkomponenten laminiert, oft mit feinen Metalloxiden oder Bismutverbindungen, um irisierende Effekte durch Interferenz an dünnen Schichten zu erzeugen[8].

Im Bereich von Schmuck und Dekoration werden aus Opalglas häufig Cabochons, Inlays, Perlen oder Trommelsteine gefertigt. Die Oberfläche wird dabei meist poliert oder durch Klarlacke, Silikonschichten oder Acrylversiegelungen glänzend gemacht. Häufig findet sich Opalglas als sogenanntes Doppel- oder Tripletmaterial, wobei eine dünne Opalglasplatte auf Trägerglas oder Keramik geklebt und mit Kunststoff überzogen ist – insbesondere im Modeschmuck oder bei Imitationen australischer Opale.

Im Handel wird Opalglas unter Bezeichnungen wie „Opalit“, „synthetischer Mondstein“, „Opalmoonstone“ oder „Glasopal“ angeboten, wobei diese Begriffe aus marketingtechnischen Gründen häufig bewusst ungenau verwendet werden. Echtheitstests erfolgen über Dichtebestimmung, optische Untersuchung, UV-Fluoreszenz und spektroskopische Analyse. Charakteristisch ist das Fehlen jeglicher H₂O- oder OH-Schwingungen im FTIR, die für natürlichen Opal typisch sind, sowie die homogene, isotrope Struktur ohne Gitter- oder Kugelpackung.

Literaturverzeichnis

    Etymologie

    Etymologie

    • [1] Walde, Alois (1930): Lateinisches etymologisches Wörterbuch. Heidelberg: Winter.
    • [2] Kluge, Friedrich (2002): Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Berlin: De Gruyter.
    • [3] Müller, Friedrich (1893): Technologie der Glasfabrikation. Leipzig: Hartleben.

    Überlieferung

    • [1] Tait, Hugh (1938–2005) (1991): Five Thousand Years of Glass. London: British Museum Press, S. 94–96
    • [2] Lütgendorff, Richard von (1856–1931) (1903): Das Glas: Seine Geschichte und Technik. Leipzig: Seemann, S. 212–215
    • [3] Duncan, Alastair (geb. 1942) (1984): Art Nouveau Glass. London: Thames & Hudson, S. 53–58
    • [4] Miller, Judith (geb. 1951) (2010): Art Deco: Living with the Art Deco Style. London: Dorling Kindersley, S. 88–93

    Mineralogie

    • [1] Nassau, K. (1980). The Physics and Chemistry of Color: The Fifteen Causes of Color. Wiley-Interscience.
    • [2] Varshneya, A. K. (1994). Fundamentals of Inorganic Glasses. Academic Press.
    • [3] Scholze, H. (1990). Glass: Nature, Structure, and Properties. Springer-Verlag.
    • [4] Zhang, J. et al. (2014). Thin-film interference and structural color in engineered oxides. Thin Solid Films, 566, 117–122.
    • [5] Moorey, P. R. S. (1994). Ancient Mesopotamian Materials and Industries: The Archaeological Evidence. Oxford University Press.
    • [6] Koivula, J. I., Kammerling, R. C., & Fritsch, E. (1992). Imitation opal and opalescent glass. Gems & Gemology, 28(3), 190–192.
    • [7] Bersani, D., & Lottici, P. P. (2010). Raman spectroscopy of glass and glass-ceramics. Journal of Raman Spectroscopy, 41(7), 799–805.
    • [8] Wang, W., & Hall, M. (2002). Detection of synthetic coatings and imitation materials. Gems & Gemology, 38(1), 36–40.

Sorte